Veranstaltungen zu SM im Rahmen der Gegenuni


Ich möchte Interessierte noch auf zwei Veranstaltungen bezüglich des Themas „SM“, zu dem ich hier ja auch schon gebloggt habe, hinweisen. Beide natürlich im Rahmen der 11. Gegenuni mit Schwerpunkt „Sexualität“.

Wie kann SM beschrieben werden?

Oder: Coming to Grips with Sadomasochism

Vortrag von Norbert Elb

Die gern gestellte Frage: Was ist (eigentlich) SM? Kann wissenschaftlich nicht so recht beantwortet werden. Die (bescheidenere) Frage: Wie kann SM beschrieben werden? können wir aber wissenschaftlich schon näher rücken. Ich habe dies in einer 2006 veröffentlichten Studie über die SM-Sexualität versucht. Erfahrungsgesättigt aus der heterodominierten SM-Szene Deutschlands heraus habe ich vorgeschlagen, SM als asynchrone Sexualität zu verstehen. Diese Asynchronität wird entweder durch sexuelle Gewalt oder durch Hierarchie oder durch machtgebende Fetische hergestellt. Die Sex-Ideologie oder Sex-Utopie hebt sich dadurch vom weitgehend synchronen Sexualitätsdiskurs der Mainstream-Welt ab.

SM erscheint zunächst als Abkürzung für Sadomasochismus. SM wird aber von den heterosexuellen SMerInnen ebenso wie schon früher von der schwulen Lederbewegung und von der lesbischen SM-Bewegung als relativ eigenständiger Begriff verwendet, um damit diese Sexualität einem pathologisierenden Diskurs zu entwinden.

Donnerstag, 6.5., 18:00 Uhr

***

Filmvorführung „Verfolgt“

Der preisgekrönte deutsche Film aus dem Jahr 2006 erzählt die Geschichte einer ganz normalen sadomasochistischen Beziehung. Es gelingt ihm dabei nicht nur, diese gerade aus der Perspektive weiblichen („dominanten“) Begehrens heraus zu erzählen, sondern auch die gesellschaftlichen Widersprüche, in denen sich SMer_innen bewegen, darzustellen. Er ist daher kein reiner „SM-Film“, sondern generell interessant für alle, die die filmische Umsetzung des Schicksals devianter Minderheiten interessiert.
Weiterhin behandelt werden im Film auch die „heißen“ Themen von sexuellen Beziehungen mit großem Altersunterschied und Sexualität innerhalb pädagogischer Machtbeziehungen.
Und er ist natürlich, als typischer Vertreter seines Genres („amour fou“-Filme), auch einfach so ein ästhetischer Genuss.

Dienstag 11.5., 19:00 Uhr


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