Wir nehmen das Neunereisen…

Aus schlechter Laune bin ich in eine linke Szenekneipe gegangen um mich am Tresen alleine zu betrinken. Ich traf ein paar Leute. Sieben stabile junge Männer. Die örtlichen OberantifaChefManager. Ein paar von ihnen kannte ich und setzte mich zu ihnen an den Tisch. Laute Musik, eine Menge Bier. Der Raum war gut gefühlt mit dem üblichen Szenepublikum. Bei belanglosem Szenesmalltalk verbesserte sich meine Stimmung.
Eine Gruppe von drei Männern betrat die Kneipe. Einer von ihnen trug Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln. Wütendes Getuschel begann. Sollte es wirklich möglich sein das Rechtsradikale unsere Kneipe betreten? Ein schwarzbemützter Antifa stand nach einer viertel Stunde des Spekulierens auf und sprach den Kerl einfach an. „Bist du ein Nazi, oder warum trägst du Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln?“. Die Antwort lautete: „Ja bin ich“. Seine beiden Kollegen hatten die aktionsbereiten Antifas am Tisch längst bemerkt und fingen sofort an abzuwiegeln. Ihr Kumpel sei kein Nazi, einfach nur betrunken und wolle lediglich provozieren. Eine Diskussion begann. Ich blieb am Tisch sitzen und bekam den Inhalt nicht mit. Mit betrunkenen Kneipenbesuchern nachts um drei antifaschistische Mindeststandards zu besprechen, lag mir nicht und Gelegenheiten zu denen sich Leute einfach Nazis herbeireden um jemanden zur Hand zu haben an dem man sich das Mütchen kühlen kann, habe ich gerade in dieser Kneipe schon viel zu oft erlebt. Ich war ein wenig genervt.
Die Stimmung wurde hitziger. Die Leute begannen wild zu gestikulieren. Irgendwann kam einer an unseren Tisch und erzählte etwas von rassistischen Parolen die der Springerstiefelmann geäußert hatte. Das antifaschistische Pflichtbewusstsein der Genossen war geweckt und man wurde sich schnell einig den bewiesenermaßen echten Nazi handgreiflich nach Hause zu begleiten. Der wiederum schien zu erahnen was die Stunde geschlagen hatte und verließ eilig mit seinen beiden Kollegen den Raum. Sofort folgte ihm eine kleine Kolonne von hemdsärmeligen Jungmännern die begannen sich mit Mützen und Tüchern zu vermummen. Ich tat es ihnen gleich und hoffte insgeheim in der zweiten Reihe nichts abzubekommen. Der Feind sah stabil aus mit seinen tätowierten Unterarmen.
Vor der Tür wurde er gestellt und umringt. Ich erwartete den sofortigen Beginn der großspurig angekündigten körperlichen Strafaktion. Nichts dergleichen. Es wurde erneut diskutiert. Ich war betrunken und stand abseits. 15 Minuten lang, bis mir die Sache zu dumm wurde. Ich fragte den Springerstiefelmann nach seinen rassistischen Parolen und erklärte ihm das er besser den Heimweg antreten solle. Seine beiden Freunde zerrten an ihm herum, die fanden die Idee mit dem Heimweg auch gut. Er weigerte sich und teilte mir mit, dass er kein Rassist sein könne, weil: „Ich ficke doch so gerne Negerinnen“. Spätestens jetzt erwartete ich eine Reaktion der Antifas und überlegte mir schon einen Fluchtweg. Es geschah aber Nichts. Wieder wurde diskutiert.
Es war mir so schrecklich unangenehm an dieser Szenerie teil zu haben. Eine Situation die ich immer wieder erlebe: Leute spielen sich groß auf, versuchen in ihrer Szenetracht den Eindruck von besonderer Radikalität zu erwecken, hampeln herum, veranstalten eine Scharade und hoffen insgeheim mit der bloßen Pose um den in betrunkenem Größenwahn angedrohten Schlagabtausch herumzukommen, oder sich hinter den wirklichen Schlägern verstecken zu können um dann am Ende noch auf ein am Boden liegendes Opfer eintreten zu können. Der Gegner tut dasselbe, ich tue das, alle tun das. Wir sind Affenmännchen.

An diesem Abend wusste ich um dieses Elend, habe aber die Situation in meinem besoffenen Kopf falsch eingeschätzt und dem Spingerstiefelmann und „Negerinnen“-Liebhaber für seinen dummen Spruch eins in die Fresse gehauen, obwohl ich eigentlich wusste das der mir körperlich überlegen war. Ich habe einfach gehofft den Doorbreaker machen zu können. Wenn ich als erster zuschlage werden mir die anderen Großmäuler schon folgen. Ich wollte die verfahrene Situation in Gewalt auflösen.
Dieser Plan hat nicht funktioniert. Mit dem ersten Fausthieb rannte die Antifa in alle Himmelsrichtungen und ich stand ein paar Sekunden alleine da, bis ich mich entschloss ebenfalls zu rennen. Wir versteckten uns in einer nahe liegenden Wohnung einer Bekannten vor der eventuell anrückenden Polizei. Dann: Stundenlanges Gesabbel über das Erlebte. Heroisierungen, Verklärungen, Rechtfertigungen. Peinlich für alle Beteiligten. Peinlich für mich das ich es nicht geschafft habe mich von diesem Scheiss fern zu halten, obwohl ich schon lange weiß das die Antifa zu 95% aus gesitteten, rotbackigen Bürgerkindern auf ideologischen Abwegen besteht, die versuchen ihre grundsätzliche klassenbedingte Strassenkampfuntauglichkeit mit einer Extraportion an radikalem Gestus zu kaschieren.

Bürgerkind sein ist gut und nicht schlecht. Gewaltlosigkeit und eine gewaltfreie Sozialisation sind etwas Schönes. Wenn einem das Leben nicht die Verrohung anerzogen hat die es braucht um zuzuschlagen, dann bedeutet dass mehr Lebensqualität die ich jedem wünsche. Angst zu haben ist vernünftig, so wie das Wegrennen oft vernünftig ist. Straßenmilitanz und Gewalt gegen Personen halte ich mindestens für diskussionswürdig, im Gegensatz zu dummen Feigheitsvorwürfen denjenigen gegenüber die ehrlich zu sich selbst sind und sich lieber vom Krawall fernhalten weil sie sich darüber im Klaren sind das ihnen das Bedürfnis danach fehlt. Was ich wirklich hasse ist der Fake. Die Antifa heisst Angriff – Sticker, das „Wir kriegen euch alle“- Gebrüll auf Demos und die wir nehmen das Neunereisen – Sprüche sind in den meisten Fällen ein Witz. Das ständige Rumgefummel an CS Gas-Dosen, Vermummungsmaterial und Teleskopschlagstöcken bleibt peinlich, solange man versucht damit nichtvorhandene Härte zu posen und so die Diskussion über die wirkliche (meist klassenmäßig determinierte-) Bedürfnislage und damit verbundenen realen Handlungsoptionen verhindert.

Warum kann ich diese (zugegebenermaßen stinklangweilige) Kneipengeschichte hier veröffentlichen, ohne Angst vor Repression haben zu müssen? Weil sie verjährt ist. Warum schreibe ich sie gerade jetzt auf? Weil ich gestern Nacht etwas Ähnliches erlebt habe. Vor allem habe ich erlebt dass ich mich über so banale zwischenmenschliche Gesetzmäßigkeiten wie die oben beschriebenen immer noch aufregen kann. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht kann man laienpsychologisch diagnostizieren das ich es den anderen Affenmännchen übel nehme das sie ihre Show nicht glaubwürdiger spielen und beim schwächsten Gegenwind vor großschnäutzigen Nazis und Rassistinnen, selbst bei zehnfacher Überlegenheit kapitulieren. Die Antifa ist ein peinlicher Fake, aber der fortwährende unterbewusste Glaube an die Affenmännchenshow wäre wirklich peinlich für mich.

Ps: In meiner unreflektiert schlechten Laune habe ich auch noch ein Lied aus meiner Jugend zu dem Thema. Passt nicht ganz, aber halb. Ist mir halt heute morgen so durch den Kopf gerumpelt:
Ps2: Vielleicht ist die Zunahme der Techno-Drogen-Minimal-Hedonismus-Haltung in Antifakreisen eine Versachlichung der gelebten Szeneverhältnisse. Das Klassensubjekt kommt zu sich!


30 Antworten auf “Wir nehmen das Neunereisen…”


  1. Gravatar Icon 1 egal 13. Juni 2010 um 21:30 Uhr

    Lass mich raten: Du wohnst in ner Studentenstadt, wo die radikale Linke zu 99% aus ebenjenen besteht?

  2. Gravatar Icon 2 neo 13. Juni 2010 um 21:45 Uhr

    Nein. Aber Studentenstädte kenne ich. Da ist es noch schlimmer.

  3. Gravatar Icon 3 derivat 14. Juni 2010 um 1:06 Uhr

    interessanter bericht – verkürzende tiervergleiche gehen aber meistens schief (unter antisemitischen und biologistischen kriterien), wenngleich sie auch eine gewisse banale witzstruktur affirmieren, und somit sicher gesamtgesellschaftlich funktionieren können.

    „Vielleicht ist die Zunahme der Techno-Drogen-Minimal-Hedonismus-Haltung in Antifakreisen eine Versachlichung der gelebten Szeneverhältnisse. Das Klassensubjekt kommt zu sich!“

    antifa als (kücük (bourgeoises)) klassensubjekt? versachlichung durch drogenkonsum würde ich auf jeden fall begrüßen.

    beinhaltet die fake-kritik einen wunsch nach mehr ehrlichkeit, authentizität oder originalität in der politischen praxis? – wenn ja, dann würde ich dir dagegen mal wieder lenin, baudrillard oder adorna empfehlen.

  4. Gravatar Icon 4 K 14. Juni 2010 um 16:17 Uhr

    @ derivat: Blödmann, natürlich mehr Ehrlichkeit, … „lenin, baudrillard, adorna“? Was ist das denn für ein komischer Reigen?

    @ neo: Zustimm. Meiner Erfahrung nach macht die Antifa überhaupt nichts. Zuerst hatte ich immer extremsten Respekt, weil ich selbst so ängstlich bin, und hab der Antifa ihren schlechten Geschmack und ihren idiotischen Jargon verziehen. Aber es war ein Irrtum.

  5. Gravatar Icon 5 neo 14. Juni 2010 um 17:04 Uhr

    @Derivat
    1. Das heranwachsende Bürgersubjekt kommt durch MinimalTechnoDrogenkonsumAbstumpfung zu sich selbst und weg vom Militanzfake auf den Leute wie K und ich reinfallen könnten. Das ist die Versachlichung die ich meine.
    2. Natürlich fordere ich mehr Ehrlichkeit. Was sonst?
    3.Was hat das mit Lenin oder Adorno zu tun?

  6. Gravatar Icon 6 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 17:09 Uhr

    Neo – erwartest du, dass wir dir einfach abkaufen, dass du ein Arbeiterkind mit Arbeiterkindersozialisation bist? :-?

  7. Gravatar Icon 7 neo 15. Juni 2010 um 18:34 Uhr

    Ohne zu viel aus meinem Privatleben auszuplaudern kann ich dir versichern, dass ich kein Abitur gemacht habe und meine Schulausbildung statistisch dem objektiven Klassenhintergrund entspricht. Vielleicht untermauert meine chaotische Kommasetzung (vielkritisert im virtuellen Kuscheleckchen des linken Bildungsbürgers – Blogsport) diese Behauptung.

    Allerdings habe ich in dem Text garnicht behauptet ich wäre ein Proletarier. Spielt auch im Übrigen keine Rolle an dieser Stelle.

    Wieso stellst du diese Frage?

  8. Gravatar Icon 8 Cyrano 15. Juni 2010 um 18:35 Uhr

    Neo=Arbeiterkind?
    Ja wo hatter denn das gesagt? Oder sie… oder wie? Und präzisiere doch mal, welcher Art Arbeiter? Bluecollar? White? Leitender Angestellter? Auf sich selbst gestellter „Manager“ im Außendienst? Prekärer Kulturdingsda? Oder muss es klassisch Fließband sein? Zählt ne Supermarkkasse als Fließband? etc…

    P.S.: Adorna, wenn auch wahrscheinlich unabsichtlich, ist das geilste gegendere, das ich je gesehen habe.

  9. Gravatar Icon 9 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 18:54 Uhr

    Die Schulausbildung sagt nicht unbedingt etwas über den Klassenhintergrund aus. Auf diesen habe ich angespielt. Wenn du schon ausweichend aus deinem Privatleben soviel berichtest, dass du kein Abitur gemacht hast (hättest du können, oder was?), kannst du auch gleich sagen, dass du aus dem guten, alten sog. Mittelstand – wie die Antifa – kommst. Weshalb ich die bloß rhetorische Frage gebracht habe? Ganz einfach, weil sich der Eindruck aufdrängt, dass du einen auf Proletkult machst, indem die Antifa als Zusammenhang von Bürgerkindern dargestellt wird (was sie in den meisten Fällen auch tatsächlich ist), um deine eher anzuzweifende Klassenherkunft als „Proletarier“ zu demonstrieren.

  10. Gravatar Icon 10 Cyrano 15. Juni 2010 um 19:14 Uhr

    @Kong: Ja so´n quatsch. Die Aussage: „das heranwachsende Bürgersubjekt…“ kann kritisiert werden, da man mir das so sozialisierte Bürgersubjekt erst mal noch zeigen müsste, vielleicht wäre „Postbürgerlicherpseudoavantgardist“ passender, oder ein ähnlich bekloppter Neologismus. Ansonsten aber sagt zwar die Schulausbildung tatsächlich nix über den Klassenhintergund aus, die Bezeichnung Proletarier ist aber auch relativ unscharf, wobei ich wieder bei den oben gestellten Fragen wäre. Und da „Proletarier“ zum Großteil heute ganze gern in der nationalen Konkurenz aufgehen (zumindest, so lange man glaubt zu gewinnen), warum fragst du nicht gleich noch, woher Neo kommt? Und „Wokring Class King-Kong“? Wirklich? ist das jetzt Satire auf den Proletkult, oder Proletkult itself???

  11. Gravatar Icon 11 Thiel Schweiger 15. Juni 2010 um 20:11 Uhr

    Eben, welchen Klassenhintergrund Neo hat ist doch vollkommen Wurst an der Stelle. Marx und Engels war klassenherkunftsmäßig z.B. auch Bürger, Engels sogar zeitlebens seiner ökonomischen Stellung nach Kapitalist. Es gibt halt schon die Möglichkeit, diese Herkunft individuell zu transzendieren und von dieser Warte aus bürgerliche Verhaltensweisen zu kritisieren.
    In dem Text wird ja auch Männlichkeit kritisiert, obwohl der Verfasser sich klar selbst als Mann zu erkennen gibt.

    Der Text kritisiert doch eher die Antifa als möchtgernproletarisch ohne selbst Proletkult zu betreiben.

  12. Gravatar Icon 12 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 20:21 Uhr

    Die ablenkenden Kommentare deuten an, dass ich offensichtlich einen wunden Punkt getroffen habe. Bürgerkinder beklagen sich über die ganzen Bürgerkinder. Ist das jetzt die Selbstzerfleischung der vielbeschworenen Mittelschicht? LOL

  13. Gravatar Icon 13 Cyrano 15. Juni 2010 um 20:29 Uhr

    Ach, Marx war doch US-Imperialist. Deshalb hieß sein Hauptwerk ja auch „das Kapitol“, oder so ähnlich… Hab noch nichtmal empfunden, dass der Text die Antifa als möchtegern-proletarisch kritisiert. Es ist ne treffende, sich selbst nicht ausnehmende Auseinandersetzung mit der Kietz-Verteidugungstruppen-Mentalität. Die ist weder proletarisch, noch ist sie es nicht. Sie ist identitär, noch immer größtenteils männlich dominiert, teils regional bis ins Folkloristische geprägt, und doch manchmal hilfreich… Aber vor allem funktioniert sie eben nach dem Motto: Stadtindianer weinen nicht.

  14. Gravatar Icon 14 Cyrano 15. Juni 2010 um 20:52 Uhr

    Du Held hast keinen Wunden Punkt getroffen, sondern nur offengelegt, was jeder Depp weiß: Arbeiterklasse iss nicht merh so eng umrissen wie 1918. Aber Proletkult betreibt immer noch nur der mit dem Proleten im Namen, der Rest scheißt auf Identität. Wie argumentierts du denn? Wenn ich sage „du bist ein Arschloch“ und du sagst „ne“ hab ich dann recht, weil getroffene Hunde und so?

  15. Gravatar Icon 15 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 20:58 Uhr

    Bleib‘ bei deinen Gedichten über Rosen, ich warte auf eine Antwort von Neo.

  16. Gravatar Icon 16 Cyrano 15. Juni 2010 um 21:20 Uhr

    Du hast nix zu sagen, oder? Außer dass du deine Zeit halt lieber damit verschwendest, keine Gedichte „über“ Rosen zu verfassen, und den persönlichen Hintergrund von Leuten auszuleuchten?

  17. Gravatar Icon 17 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 21:40 Uhr

    Naja, den bürgerlichen Klassenhintergrund der local Antifa zu durchleuchten, nur um von der eigenen kreuzbürgerlichen Herkunft abzulenken (muss einem ja nicht gleich peinlich sein!), ist schon ein wenig heuchlerisch.

  18. Gravatar Icon 18 Cyrano 15. Juni 2010 um 22:04 Uhr

    OK, wenn es denn nicht peinlich sein muss, stimme ich dir sogar zu:-). Aber ging es denn dem Artikel um den Klassenhintergrund, oder um konkretes Verhalten?

  19. Gravatar Icon 19 neo 15. Juni 2010 um 22:12 Uhr

    @King Kong
    Welchen Beweis würdest du den akzeptieren, damit du glaubst das ich nicht nur Proletariat bin, sondern sogar (auch von der Sozialisation her) Subproletariat? Garkeinen… eben. Hat doch hier garkein Zweck das Gerede in diese Richtung. Lass das mal bitte.

    Überhaupt geht es in dem Text überhaupt nicht darum Klasse gegen Klasse auszuspielen um sich auf die vermeintlich bessere Seite stellen zu können. Kein Wort von Proletkult. Totaler Quatsch!
    The working class can kiss my ass und das Bildungsbürgertum sowieso.

    Das Proletariat exekutiert aus dem Hass heraus den die Entfremdung befeuert die Barbarei und das Bürgertum fühlt sich in der Entfremdung wohl. Wobei sich das Bildungsbürgertum – in der aktuell vorherrschenden spektakulären Variante – vom einfachen Bürgertum nur noch darin unterscheidet das es die ganze Chose mit humanistisch anmutendem Kitsch versüßen muss um sie guten Gewissens (am klassenmäßig zugewiesenen Platz) mitmachen zu können.

    Ich weiss nicht was du von mir willst.
    Wie war deine Frage nochmal?

  20. Gravatar Icon 20 Working-Class King Kong 15. Juni 2010 um 22:54 Uhr

    Das mit der Arbeitersozialisation nehme ich dir tatsächlich nicht ab (das eigenartige Sprachgemisch aus linksintelektuellen Theorieelementen und aufgesetztem Ruhrpottsprech usw.). Kann und will ja aber auch nicht nachweisen, dass du dich da vermutlich selbst belügst, wie vermutlich jede Menge anderer Linker.

  21. Gravatar Icon 21 neo 15. Juni 2010 um 23:21 Uhr

    @King Kong
    Ruhrpottsprech?
    Wo ist den bitte bei meinem Text und bei den Postings ein (von mir aus schlecht gefakt) Lokalkolorit rauszuhören?
    Hä?
    Wie meinen?
    Also, so eine ausgebildete Projektions und- Mißinterpretationsfähigkeit habe ich selbst bei Blogsport noch nicht erlebt!

    Du bist mir ein Herzchen.
    Respect!

  22. Gravatar Icon 22 Dr. Kollossos 16. Juni 2010 um 10:17 Uhr

    hä was soll denn diese peinliche sache hier! was will denn der working class typ eigentlich? wir brauchen hier keine antiintellektualisten!

  23. Gravatar Icon 23 hedo klero 16. Juni 2010 um 12:44 Uhr

    Da haut einer drauf, weil er kein Bock zu reden hat, hofft dann das die anderen nachziehen und dann gemeinsam reintreten (so wie er das sonst auch macht), die haben darauf aber wieder wohl kein bock und dann heult er hier rum. Weiter erzählt er was von Kindern aus bürgerlicher Stube, die sich veimeintliche Nazis suchen müssen um sich hinterher abzufeiern. Und bezieht das dann auf „die Antifa“. Aber auf den Gedanken zu kommen, dass es vielleicht noch andere Gegenden gibt, in denen man sich keine Nazis suchen muss, sondern diese durchaus vorhanden sind und Auseinandersetzungen quasi unvermeidlich sind und hier die Sicherheit der Bürgerlichkeit gar nichts bedeutet, hat der Autor wohl auch nicht geschafft, bzw sowas noch nicht erlebt.

    Antifa ist das was du draus macht, und nich irgendwelche Obermanager, die sich in irgendeiner Szene aufspielen.

    Und die „Techno-Drogen-Minimal-Hedonismus-Haltung“ hat doch was von Selbstbestimmung über sich und seinen Körper, anders als das, sich mangen lassen und alle im Block sehen nicht nur gleich aus, sondern denken auch das selbe, oder müssen still bleiben.
    Hab nicht erlebt, dass die heutige Genaration in Diskusionnen Meinungen die von denen der Manager abweichen, niederbrüllen, dass machen immer noch die alten „Kader“, bzw sie brüllen nicht mehr, sondern gehen aus dem Raum und nutzen hinterher ihre Machtpositionen, in die sie sich hochgearbeitet haben.

  24. Gravatar Icon 24 neo 16. Juni 2010 um 13:42 Uhr

    @hedo klero
    An einem Punkt hast du recht: Ich habe meine Erfahrungen in Westdeutschland gemacht, noch dazu in Städten wo das Stiefelnaziproblem quasi nicht vorhanden ist.

    In Ostdeutschland sieht das bestimmt anders aus. Da ist die Mackerpose eventuell anders zu bewerten.

    Stimmt.

  25. Gravatar Icon 25 neo 16. Juni 2010 um 14:43 Uhr

    „Und die „Techno-Drogen-Minimal-Hedonismus-Haltung“ hat doch was von Selbstbestimmung über sich und seinen Körper, anders als das, sich mangen lassen und alle im Block sehen nicht nur gleich aus,“

    Hab ich doch unter Ps2 geschrieben: Das Klassensubjekt kommt zu sich. Musst mal bis unter das Video scrollen und lesen.

  26. Gravatar Icon 26 derivat 16. Juni 2010 um 18:26 Uhr

    sagt mal: habt ihr den bericht von neo auch so verstanden, dass er während einer antifa-party in einem sogenannten freiraum war – dass dann paar nazis auftauchten und ihn rassistisch beleidigt und provoziert haben – und „der“ antifa nichts besseres einfiel, als das opfer des angriffs, das sich wehren wollte, abzudrängen um ein gespräch mit den nazis anzufangen – mit dem argument, aus rücksicht auf die nachbarschaft will man jetzt keinen stress mit den nazis?

  27. Gravatar Icon 27 Thiel Schweiger 16. Juni 2010 um 18:31 Uhr

    @ Derivat:

    Eben, da liegt der Hase doch eigentlich im Pfeffer. Was bisher hier diskutiert wurde, sind nur Nebenaspekte des Textes.

    Und da ich das Geschehene aus eigener Erfahrung nur voll bestätigen kann, gebe ich mal polemisch die Parole aus:

    „Deutsche Antifaler schützen die Faschisten.“

    (eine gereimte Parole fällt mir gerade nicht ein)

  28. Gravatar Icon 28 derivat 16. Juni 2010 um 18:46 Uhr

    zur geschichte der frankfurter antifa noch ein text von „cafe morgenland“

    Ihr fühlt Euch verantwortlich für die “verführten” rechten Skinheads und Hooligans. Ihr fühlt Euch berufen, ihnen den richtigen Weg zu zeigen. Und wer sich so fühlt, benimmt sich auch entsprechend: Mitleid mit den Tätern, Verständnis für ihre Lage, Rechtfertigungen aller Art. Das ganze soziale Klimbim muss her.

    http://meta.copyriot.com/normal/

  29. Gravatar Icon 29 neo 16. Juni 2010 um 20:49 Uhr

    Neeeeein! Tut es nicht.

  30. Gravatar Icon 30 hedo klero 17. Juni 2010 um 0:17 Uhr

    @derivat
    :X

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