Join the revolutionary Starfleet/MitspielerInnen gesucht! Part 1

(Vorsicht: Dieser dreiteilige Artikel ist in Gamer-Neusprech verfasst und besteht zum Großteil aus schamloser Produktwerbung!)

Ich gestehe: Ich gehöre zu den tankstellenernährten Stubenhockern die lieber mit MMORPGs ihre Lebenszeit verplempern, als sich mit unbefriedigenden RL-Kontakten herumzuschlagen. Eineinhalb Jahre habe ich Fiesta-online gespielt. Am Anfang war das viel versprechend. Hunderte von MitsspielerInnen in einer riesigen Welt die es zu entdecken gilt. Monster, Geschichten, Abenteuer. Was mich an der ganzen Sache vor allem gereizt hat war die Aussicht auf die Möglichkeit Dinge zu tun, die im RL durch eine nur warenförmig auftretende Bedürfnispalette und die damit einhergehende individuelle Vereinzelung so unvorstellbar erschwert sind. Kooperation, gemeinsames planen und phantasieren und vor allem die Umsetzung des Geplanten hat mich gereizt. Eine Gilde gründen, Rohstoffe und Items organisieren, gegen andere Gilden kämpfen, gemeinsame Quests bestehen, Weltflucht, Roleplay.
Doch, oh weh!
MitspielerInnen die sich nicht nur mit eintönigem Questrunning und Powerleveling innerhalb der vom NPC eng abgesteckten Grenzen zufrieden geben, habe ich dort nicht gefunden. Nur pubertäre Chardiktatoren und selbstinfantilisierende Möchtegernprinzessinnen. Dummes Gesabbel noch und nöcher. Eine längerfristige Kooperation die mehr als zwei Personen umfasst war mit den meisten Leuten unmöglich. Gilden und Allianzen sind reine Zweckgemeinschaften zur individuellen Erreichung des Imba-Status. Man wird permanent beleidigt, genervt, bestohlen, in sinnlose mehrheitsgesellschaftliche Scheissdiskurse hineingezogen, mit tradierten Rollenmodellen gestresst und von Bots mit Werbeangeboten vollgespamt. Wehren kann man sich nur indem man eine Petze wird und ständig zu den GMs läuft. Das zwischenmenschliche Miteinander: Eine Fortsetzung des RL unter veränderten Vorzeichen.
Dieses Elend wird durch die Machart des Programms und das grobmotorische Gameplay noch befeuert.
Um an wertvolle Items zu gelangen muss man unglaubliche Summen an Euro abdrücken. Die Quests sind eine reine Analogie zur Lohnarbeit: „Töten sie 500 Eisengolems“. Purer Stumpfsinn. Die Erfüllung einer solchen Aufgabe kann mehrere Stunden dauern. Um eines Tages in einem high PvP-Battle bestehen zu können, muss man davon tausende erledigen. Als hoffnungsloser Suchtcharakter habe ich den Quatsch lange genug mitgemacht um in eine ausgewachsene Abhängigkeit reinzurasseln. Zwei Stunden offline und ich fing an nervös zu werden. Ich habe begonnen meinen Tagesablauf nach den Terminen der Kingdomquests zu gestalten: Aufstehen, 12:45 PvP KQ, essen, 14:15 Phino, 16:45 PvP KQ, 18:45 Phino, Sozialkontakte, gegebenenfalls Arbeit, 23:45 PvP KQ, essen, schlafen, 04:45 PvP KQ (besonders wichtiger Termin – wenig Gegner, massig XP), schlafen. Die Ausgaben um meine Items zu uppen gingen in den letzten Monaten in die Hunderte. Finanziell war das eine Katastrophe. Körperhygiene, Ernährung, Sozialkontakte und damit einhergehend die psychische Gesundheit, werden da schnell zweitrangig und das während dem spielen schon zwei Leute verhungert sind, wundert mich überhaupt nicht.
Den Quatsch konnte ich so nicht weitertreiben. Nachdem mich so ein blöder dreizehnjähriger Bengel aus Oldenburg im Itemshop um sieben Goldstücke abgelinkt hat, war der Bogen überspannt. Tabularasa. Ich habe meine gesamten Imba-Items an den nächstbesten dahergelaufenen Newbie verschenkt und meine Level 86 Jägerin, >QUEENofDESEASE< (Ruhe in Frieden Genossin) gelöscht und das Programm ebenfalls.

Jetzt musste ein neues Game her. Mit dem Spielen aufhören wollte ich natürlich nicht.
Kurzfristig habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt wieder zu den guten alten Pen&Paper-Tabletop Games zurückzukehren. Bei der Umsetzung dieser Idee stand mir allerdings meine Abneigung gegen eine Ausweitung der notwendigen RL-Kontakte im Wege.
Um einer erneuten finanziell ruinösen, verblödenden und zeitraubenden Suchtspirale auszuweichen, habe ich folgende Kriterien aufgestellt:

1. Das Spiel darf nicht mehr kosten als eine monatliche Gebühr.
2. Alle Questitems müssen mit Ingamemoney bezahlbar sein.
3. Keine verbindliche Storyline, kein Powerleveling, keine Spawntimes.
4. Ein möglichst langfristiger, wirtschafts- und strategiebasierter Spielaufbau, ohne spektakuläre Action und ständige PvP-Battles.
5. Keine permanent gängelnden NPCs und GMs.
6. Das Spiel muss wenigstens die technischen Möglichkeiten für umfangreiches RP enthalten.

Ich habe folgende Games ausprobiert:

To be continued…


5 Antworten auf “Join the revolutionary Starfleet/MitspielerInnen gesucht! Part 1”


  1. Gravatar Icon 1 Robert 17. September 2010 um 10:28 Uhr

    So geht es mir mit meiner Arbeit. Ich bin auch direkt von Gaming auf Arbeit umgestiegen.

    Grauenhaft, aber es hat irgendwie was romatisches bis Nachts um 4 Code zu hacken und dann jedenfalls in dieser Codewelt wirklich was geleistet zu haben.

    Siehe Joseph Weizenbaum „Die Macht der Computer“. Ich will bald eine Rezension zu diesem Meisterwerk schreiben.

  2. Gravatar Icon 2 sofo 19. September 2010 um 3:30 Uhr

    nicht wirklich? geh fotografieren…ins museum… aber nicht am pc, da habe ich tage, quatsch… wochen oder gar schon 2 monate(mindestens!) hinter verbracht…. es scheint schrecklich…

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