Der Mensch von Morgen: Schon heute!

Wenn erst das herrschende Kapitalverhältnis abgeschafft ist, Kapital, Geld, Lohnarbeit und Warenform auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sind, stehen die Gremien und Räte der kollektiven Organisation des gesellschaftlichen Lebens und der Produktion aller zum Leben notwendigen Gebrauchswerte vor einem riesigen Problem: Was soll man bloß anfangen mit all der gewonnenen Lebenszeit?

Wenn erst die gesamtgesellschaftliche Arbeitszeit auf das notwendige reduziert wurde, die volle Automation greift und die noch zu tätigenden Handgriffe auf Alle verteilt wurden, entsteht ein riesiges Millionenheer an Menschen, die ohne die tägliche zwangsweise Vernutzung ihrer Lebenskräfte nichts mehr mit sich anzufangen wissen. Sie werden ihrer Lebensaufgabe beraubt dastehen und in vielen Fällen auf eine jahrzehntelange Lebenslüge zurückblicken. Bänker, Polizistinnen, Werbefachleute, Stadtplanerinnen, Betriebsoziologinnen, Sozialtechniker, Aufseherinnen, Richter, Rechtsanwältinnen, Türsteher, Profisportlerinnen, Entwicklungshelfer, Atomkraftgegnerinnen, Pfaffen, Johannes B. Kerner und Anne Will, Linksradikale und Börsenmakler werden auf der Strasse und auf öffentlichen Plätzen herumstehen, Maulaffen feilhalten und im Gesamten die neue Situation nicht begreifen. In den besseren Fällen werden sie nach einigen freundlichen Hinweisen durch die communistische Organisation vor Ort und einem kurzen Lernprozess, versuchen ihre Profession in die gesamtgesellschaftliche Lebensorganisation einzubringen. Sie werden dann merken das ihr „Wissen“, ihre „Bildung“ und ihre „Erfahrung“ nicht mehr gebraucht werden. Doch trotz Frust und Tränen werden sie sich darauf konzentrieren endlich das zu tun was sie schon immer tun wollten, aber niemals die Zeit dafür hatten. Sie werden Bücher lesen, schlafen, ihre Kinder und Eltern kennenlernen, mit den verschiedensten Genüßen experimentieren, ihre Männer verlassen, reisen, anderen Menschen begegnen und Häuser entwerfen.
In den schlechteren Fällen werden sie sich zusammenrotten und gegen die Vernunft aufbegehren, öffentlich an die Gedankengespenster der alten Zeit appellieren und sich in masochistischer Manier in den Alpdruck des kapitalistischen Verblendungszusammenhangs zurücksehnen. Auf vielen verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichsten Formen werden sie in letzter Konsequenz die tatkräftige Mannschaftsstärke der Konterrevolution stellen.

Diejenigen die schon heute zu keinem eigenen Gedanken in der Lage sind, diejenigen die sich wissenschaftliches Streben nur an der Universität vorstellen können und die ein Buch nur lesen wenn es ihnen für die nächste Hausarbeit als nützlich erscheint, erst dann aktiv werden wenn eine Organisation oder eine Anführer vorangeht, diejenigen die zu feige sind sich Feinde zu machen, diejenigen die keine eigenständigen Hobbys haben und diejenigen deren einziges Interesse darin besteht von allen gemocht zu werden sind das wirkliche Problem. Sie werden nach der Revolution dastehen und im Zweifelsfall den Communismus dafür verantwortlich machen das ihre SoftSkills und Professionen – d.h.: Ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Politik, ihr Geschwätz, ihre Intrigen, ihre mit Fremdworten kaschierte Ahnungslosigkeit und all die dazugehörigen Machtspielchen – nicht mehr gebraucht werden.

Islamisten, Nazisschläger, Henkerinnen, Cops, Menschenjäger, handgreifliches, offen kämpferisches, reaktionäres Packvolk eben – gegen sie wird die Revolution gemacht. Um sie an den Galgen zu bringen und zu erschießen, um gegen sie Krieg zu führen und sie schlussendlich in einer räumlich separierten Erziehungsdiktatur unterdrücken zu können, nicht zuletzt dafür ist die Revolution da und es wird keine communistische Revolution sein wenn dies nicht geschieht. Doch was ist mit denjenigen die sich in den aktuell herrschenden Verhältnissen einfach nur wohl fühlen, ohne andere direkt zu drangsalieren. Was ist mit den Menschen die den Kapitalismus brauchen um einen Sinn in ihrem Leben verspüren zu können, die sich menschliche Arbeit nur als Arbeit sans phrase, also als Lohnarbeit vorstellen können und allmorgentlich die Knute des Arbeitstaktes benötigen um ihren Arsch überhaupt hoch zu bekommen und die schon jetzt zu einer selbsttätig verbrachten Freizeit absolut unfähig sind?

Manchmal verzweifel ich über dieser Frage und oft erscheint es mir so als ob dies die wirklich wichtige Frage communistischer Denkarbeit ist.
Ich glaube es wird die eigentliche Mammutaufgabe der Revolution sein, mit diesen verüberflüssigten Menschenmassen umzugehen, ihnen irgendwie beizubringen das sie nun ganz Herr ihrer eigenen Lebenszeit sind und das sie mit der doch bitteschön etwas sinnvolles anfangen sollen, anstatt die alten Verhältnisse wieder herbeizulamentieren und schlussendlich herbeizuschiessen.
Ausser der „drei Zonen Lösung“ der untergegangenen APPD (ganz klar: Ich wäre Bewohner der APZ und des GEP) kommt mir kein Vorschlag in den Sinn, der an eine wirkliche Praktikabilität heranreicht und der dem vorprogrammierten Elend entgegenwirken kann.
Deswegen bin ich in meiner aktuellen Ratlosigkeit so bescheiden und freue mich schon über jeden fanatischen Modellbauer, Eisenbahnfan, Blumenfreund, über jede Briefmarkensammlerin, jeden Angler und alle anderen Leute die sich selbst genügen, ohne anderen ihren Unfug aufzwingen zu müssen. Mit ihnen wird es unter den kommenden gesamtgesellschaftlichen Bedingungen einer gemeinschaftlich und vernünftig organisierten Produktion und Konsumption aller Gebrauswerte keine Probleme geben. Sie können dann Blumen pflanzen, Eisenbahnen streicheln und soviel angeln wie es ihnen in den Sinn kommt.
Noch toller, nämlich objektiv communistisch finde ich diejenigen Leute die in ihrer Freizeit selbsttätig, unter Ausnutzung der aktuellsten Technik etwas wirklich neues und wahrhaft für alle Menschen erquickliches schaffen (und das ist eben nicht die selbstinfantilisierende Kuntibunti-Schmierfinkerei, oder das Jonglier-Seiltanz-Volxküchen-RumpelkonzertImAzDreckloch- und FeuerspuckElend das die linke Szene so gerne als kreative Freizeitgestaltung ausgibt), ohne das sie dazu aufgefordert wurden, oder das sie dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Geld, Sexeinheiten oder Applaus erwarten können (das sie das später doch bekommen, ist nur recht und billig). Diejenigen die mit dem Kopf durch die Wand gehen, nicht nach links und rechts, oder nach Karriere und Konformität schauen und auf der Klaviatur der kapitalistischen Warenproduktion meisterhaft rumzuhämmern wissen, ein herrliches Affentheater veranstalten und sich nach Leibeskräften dabei amüsieren.
Für mich ist Karl Nagel so ein Fall und James Rolfe ist ebenfalls ein würdiges Beispiel des neuen Menschen, ein Sendbote der kommenden Freizeitgesellschaft der erwachsenen Menschheit.

1. 2. 3. 4. 5. usw. etc.


59 Antworten auf “Der Mensch von Morgen: Schon heute!”


  1. Gravatar Icon 1 Thiel Schweiger 13. Juni 2011 um 15:36 Uhr

    Inhaltlich volle Zustimmung. Klar, dass Idealisten wie tee bei dem Wort „Erziehungsdiktatur“ gleich die üblichen Beißreflexe kriegen, aber ich frage mich, wie man mit mit den erwähnten Menschengruppen sonst auf einigermaßen humane Weise umgehen soll.

    Vllt lässt sich das angesprochene Problem so auf den Begriff bringen, dass wir das Spielen lernen müssen. Wir werden dazu dressiert, den größten Teil unserer Lebenszeit irgendwelchen äußerlich gesetzten Zwecken nachzugehen – und uns einzureden, es wären unsere eigenen. Die Fähigkeit, sich autonom Zwecke zu setzen und diese zu verfolgen verkümmert dabei.
    Wobei hier natürlich eine sehr tiefe Problematik aufscheint: was sind überhaupt wirklich autonome Zwecke und wie kommt man zu ihnen, gerade wenn man davon ausgeht, dass diese größtenteils nicht bereits von Geburt an im Subjekt vorhanden sind? Dieses Dilemma scheint ja bereits jetzt in der Kunst und Philosophie auf: wie ist ein vollständig autonomes Kunstwerk, eine vollständig autonome Rechtfertigung von Moral, Ästhetik und Wissenschaft möglich? Wenn ich mir z.B. den Zweck setze, ein Buch zu lesen, fühle mich dabei vllt autonom, aber in Wahrheit ist sehr viel Sozialisation und Über-Ich-Bildung nötig, um sich so einen Zweck überhaupt setzen zu können und diesen auch noch als Ausdruck des eigenen Selbst zu erfahren.

    Sartre macht dazu in den „Fragen zur Methode“ unter Berufung auf Marx („Reich der Freiheit“) eine sehr treffende Bemerkung: „Sobald für alle ein Spielraum wirklicher Freiheit jenseits der Produktion des Lebens bestehen wird, wird der Marxismus sich überlebt haben; eine Philosophie der Freiheit wird dann seinen Platz einnehmen. Wir verfügen jedoch über keinerlei Mittel, keinerlei geistiges Werkzeug, keinerlei konkrete Erfahrung, die es ermöglichten, uns einen Begriff von dieser Freiheit und von dieser Philosophie zu machen.“ (S. 41 f.)
    Nicht einmal der Existenzialismus kann also das Problem der Autonomie lösen!

    Allerdings glaube ich, wie du ja auch, dass sich dieses Problem bereits hier und heute stellt und wir bereits hier und heute versuchen sollten, den Zustand der Freiheit so gut es geht praktisch zu antizipieren. Der Kapitalismus basiert schließlich darauf, eine Art künstliches Reich der Notwendigkeit aufrecht zu erhalten und dieses den Subjekten als einzige mögliche Welt zu verkaufen, gleichzeitig wird die mögliche Utopie in das Reich der Kunst als abgespaltener Sphäre verbannt.

    Ach ja – wer über all diese Fragen auch sehr tiefgründig nachgedacht hat, ist natürlich Friedrich Nietzsche. Ich glaube sogar manchmal, dass erst die Menschen im Communismus Nietzsche richtig zu würdigen wissen werden und der „Zarathustra“ als eine Art Vorschein auf jene „Philosophie der Freiheit“, von der Sarte spricht, gelesen werden kann (eine [Anti-]“Bibel“ für den Communismus?). Manchmal kann ich nicht glauben, dass du noch nie eine Zeile von ihm gelesen hast – eigtl halte ich dich für den einzigen mir bekannten praktisch wie theoretisch konsequenten (Links-)Nietzschianer.

    (Damit ergibt sich natürlich sogleich ein wesentlicher Inhalt der Erziehung in der Erziehungsdiktatur: die Leute müssen erstmal auf den Stand Kants, Hegels und Nietzsches gebracht werden. Aber vllt bin ich diesbezüglich auch etwas idealistisch, zumal du ja ohne Lektüre auf diesem Stand bist. ;) )

    Achja:

    Zu behaupten, die angesprochenen Fragen wären völliger Quatsch ist natürlich Unsinn, da es ja eben bereits um Fragen der Praxis im hier und jetzt geht und um die konkreten Möglichkeiten der Emanzipation. Der Selbsterziehungsprozess der Gattung muss im Keim schon hier und heute geschehen und kann nicht auf einen Zeitpunkt x verschoben werden. Schon allein, weil die Elemente, die ihn zu verhindern trachten, auch sehr konkret die Konterrevolution betreiben und betreiben werden (eben aus „Angst vor der Freiheit“, wie es Sartre so treffend formuliert). Neonazis, Islamisten etc. sehnen sich nach einem vormodernen Zustand eines Systems feststehender Bedürfnisse, Normen und Werte zurück – da die Grundideen der Moderne im Kapitalismus nur in negativer Form realisiert sind, ist das auch nicht weiter verwunderlich (vgl. Marx, „Grundrisse“, wo er explizit schreibt, dass der Communismus nicht primär, wie es der GSP und andere Reaktionäre wollen – so als hätte es Beethoven, Baudelaire und Manét nicht gegeben! –, der Befriedigung, sondern der Entwicklung neuer Bedürfnisse, der Autonomie dient). Mit Leuten, die ein anderes Communismusverständnis haben und hinter die Moderne zurückfallen, d.h. den Fortschrittsprozess rückgängig machen wollen, weil sie zu schwach für die Moderne und ihre Ethik der Autonomie sind, kann man im Grunde nur taktisch, aber nicht strategisch zusammenarbeiten. Womöglich wird es über diese Fragen nach der Revolution sogar zu echten Auseinandersetzungen bzw. sogar einem Bürgerkrieg kommen, indem ich mir auch gut eine Allianz zwischen Islamisten und „vormodernen Kommunisten“ (die sich ja bereits jetzt sehr konkret abzeichnet – und es es nur in Form „repressiver Toleranz“) vorstellen könnte. Parole: „Kampf der Erziehungsdiktatur – gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!“ oder so ähnlich. Aber vllt kann man das auch durch eine Aufteilung der Welt in Zonen lösen. Eine Zone für die harmlosen Restbürger, eine der für die radikale Selbstentfaltung und eine für die Sharia-, Bibel- und Mob-Fans (ich wollte schon „Vokü-Fans“ schreiben, aber das wär vllt doch ein wenig zu hart ^^).

    Nachtrag: Sorry für den Co-Beitrag. Ich denke im Augenblick einfach wahnsinnig viel über diese Fragen nach und kriege es nicht hin, dazu nen eigenen Beitrag zu schreiben. ;-)

  2. Gravatar Icon 2 neo 13. Juni 2011 um 16:02 Uhr

    Co-Beiträge immer erwünscht. Erst recht wenn ich darin gelobt werde ^^.

  3. Gravatar Icon 3 tee 13. Juni 2011 um 16:28 Uhr

    Klar, dass Idealisten wie tee bei dem Wort „Erziehungsdiktatur“ gleich die üblichen Beißreflexe kriegen, aber ich frage mich, wie man mit mit den erwähnten Menschengruppen sonst auf einigermaßen humane Weise umgehen soll.

    wie kann man nur so schwer von begriff sein. 8-|

    sobald solche „menschengruppen“ noch bestehen, ist eine revolution doch eh idealistischer irrglaube. (typisch communistischer)
    darum erübrigt sich die frage nämlich auch zum größten teil, was die paar communisten mit den millionen reaktionären machen.

  4. Gravatar Icon 4 tee 13. Juni 2011 um 16:30 Uhr

    sobald = solange

    ps: das postulieren einer „erziehungsdiktatur“ ist nur poststalinistische und adoleszentes rumprovozieren. wirkt bei den punkern der appd ja schon lächerlich, bei lyzis oder hier aber noch mehr.

  5. Gravatar Icon 5 tee 13. Juni 2011 um 16:51 Uhr

    Zu behaupten, die angesprochenen Fragen wären völliger Quatsch ist natürlich Unsinn, da es ja eben bereits um Fragen der Praxis im hier und jetzt geht und um die konkreten Möglichkeiten der Emanzipation.

    ->

    Doch was ist mit denjenigen die sich in den aktuell herrschenden Verhältnissen einfach nur wohl fühlen, ohne andere direkt zu drangsalieren. Was ist mit den Menschen die den Kapitalismus brauchen um einen Sinn in ihrem Leben verspüren zu können, die sich menschliche Arbeit nur als Arbeit sans phrase, also als Lohnarbeit vorstellen können und allmorgentlich die Knute des Arbeitstaktes benötigen um ihren Arsch überhaupt hoch zu bekommen und die schon jetzt zu einer selbsttätig verbrachten Freizeit absolut unfähig sind?

    Manchmal verzweifel ich über dieser Frage und oft erscheint es mir so als ob dies die wirklich wichtige Frage communistischer Denkarbeit ist.

    <:-p

  6. Gravatar Icon 6 georgi 13. Juni 2011 um 16:52 Uhr

    Ihr habt Probleme! Oder seid ihr beim Jobcenter angestellt, weil ihr meint, den Menschen müßte ihre Freizeit genommen werden? Ihr Kommunisten! Bringt doch erstmal ein Wirtschaftssystem zustande, so daß man mit ihm auskömmlich leben kann! Damit habt ihr genug zu tun.

    Im übrigen: Im paradiesischen Morgen wird es weiterhin Pfaffen, Richter, Polizisten etc. geben. Wenn es wirklich die Konflikte geben sollte, die Du anführst, dann braucht die zukünftige Gesellschaft sie alle noch.

  7. Gravatar Icon 7 tee 13. Juni 2011 um 16:59 Uhr

    Neonazis, Islamisten etc. sehnen sich nach einem vormodernen Zustand eines Systems feststehender Bedürfnisse, Normen und Werte zurück – da die Grundideen der Moderne im Kapitalismus nur in negativer Form realisiert sind, ist das auch nicht weiter verwunderlich (vgl. Marx, „Grundrisse“, wo er explizit schreibt, dass der Communismus nicht primär, wie es der GSP und andere Reaktionäre wollen – so als hätte es Beethoven, Baudelaire und Manét nicht gegeben! –, der Befriedigung, sondern der Entwicklung neuer Bedürfnisse, der Autonomie dient).

    ja, wer braucht schon kleidung, essen und ein dach über dem kopf, wenn er neue bedürfnisse entwickeln kann! ideologie hat nicht nur einmal satt gemacht!

  8. Gravatar Icon 8 neo 13. Juni 2011 um 17:50 Uhr

    @tee
    Du hast meinen Artikel offensichtlich nicht verstanden. Wenn du glaubst die Rede von Gewalt und Erziehungsdiktatur sei nur adoleszente Provokation, beweist du damit lediglich das du den Communismus gerne auf den Sant. Nimmerleinstag verschieben möchtest, weil du jetzt schon ahnst das du zu den beschriebenen Menschen gehören wirst die ohne die Alltagsdrangsal des HierUndJetzt nicht auskommen.

    Lies Marx, Lenin, Adorno, Makarenko, Mao und noch mehr, aber tue mir bitte sofort einen Gefallen und nerv hier nicht weiter rum mit deinen unqualifizierten Einwürfen. Du bist ein langweiliger linker Akademikus, dessen Blog ich mir noch nie angeschaut habe, weil deine Kommentare hie und da schon ausreichen um mir begreiflich zu machen das du vllt. kein Arschloch, aber immerhin ein Zeitgenosse bist der mich total anödet mit seinen ellenlangen Schwätzereien. Geh zum @Mädchenblog, oder zu @Lysis oder zu Indymedia und sonder deine Bürgergedanken und Ressentiments da ab. Bitte nicht hier. Meine Lebenszeit ist zu kostbar.

    Für @georgie gilt in verschärfter Weise dasselbe.

  9. Gravatar Icon 9 georgi 13. Juni 2011 um 18:00 Uhr

    @Thiel Schweiger:

    Nur zur Erinnerung: Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein (Charlie). Neonazismus und Islamismus sind Erscheinungsformen der Moderne, des Kapitalismus, die es ohne ihn nicht gäbe. Ganz im Gegenteil verteidigen beide Ideologien den Kapitalismus.

    Beide Ideologien wollen nicht vor den Kapitalismus zurück und haben ein ausgesprochen positives Verhältnis zum Begriff der Freiheit. Antikommunismus gehört zur Essenz beider Ideologien. Dem Kommunismus wird die Freiheit gegenübergestellt. Freiheit ist nämlich nichts anderes als der von allen negativen Konnotationen gereinigte Kapitalismus. Mit „Angst vor der Freiheit“ zu argumentieren, bedeutet gewöhnlichem Antikommunismus anzuhängen, und den Kapitalismus trotz aller seiner von ihm hervorgebrachten Krisenerscheinung die unbedingte Treue zu halten.

    Mit Leuten, die ein anderes Communismusverständnis haben und hinter die Moderne zurückfallen, d.h. den Fortschrittsprozess rückgängig machen wollen, weil sie zu schwach für die Moderne und ihre Ethik der Autonomie sind

    Was bedeutet „Schwäche“ in diesem Zusammenhang? Welche Stärke verlangt die Moderne ab? Nun, erfahrungsgemäß richtet sich dieser Vorwurf gegen aufbegehrende Lohnsklaven und Arbeitslose. Wie bei fanatischen Antikommunisten üblich, werden die Fehler des kapitalistischen Systems als persönliches Versagen der unter ihm Zukurzgekommenen angelastet. Sie seien zu schwach für den Kapitalismus, heißt es. Auf dem Jobcenter und im Arbeitsleben zur Unfreiheit verdammt, will eine Ethik der Autonomie bei ihnen einfach nicht aufkommen. Die Wertschätzung dieser Errungenschaften der Aufklärung hält sich bei den Verlierern der Gesellschaft daher in Grenzen. Deshalb nennt man sie auch Reaktionäre. Mit Hilfe dieser geistigen Pirouette gelingt es nun, die Repression gegen diese Zukurzgekommenen und fanatischen Antikommunismus als Kampf gegen die Reaktion, für Fortschritt, Frieden und Gerechtigkeit auszugeben.

    Womöglich wird es über diese Fragen nach der Revolution sogar zu echten Auseinandersetzungen bzw. sogar einem Bürgerkrieg kommen, indem ich mir auch gut eine Allianz zwischen Islamisten und „vormodernen Kommunisten“ (die sich ja bereits jetzt sehr konkret abzeichnet – und es es nur in Form „repressiver Toleranz“) vorstellen könnte.

    In einer proletarischen Revolution werden sich die o.g. Freunde von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit & Fortschritt, die Verteidiger der Menschenrechte, die Zionisten und Kämpfer gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels sich mit den antikommunistischen, islamistischen, reaktionären Tyrannen, den Mubaraks und den Saudis sowie den Emiren vom Golf zusammentun, und diese proletarische Revolution bekämpfen. So, wie sie es immer schon getan haben.

  10. Gravatar Icon 10 tee 13. Juni 2011 um 18:06 Uhr

    Du bist ein langweiliger linker Akademikus

    =))

  11. Gravatar Icon 11 tee 13. Juni 2011 um 18:08 Uhr

    der mich total anödet mit seinen ellenlangen Schwätzereien

    ist das noch normale oder schon eigenironie? du bist echt zum schießen ;)

  12. Gravatar Icon 12 ByTheEll 13. Juni 2011 um 23:28 Uhr

    mit nietzsche für erziehungsdiktatur ist konsequent. so kann niemals moderner communismus rauskommen, weil DIE WIRKLICHE BEWEGUNG … damit elitär-herrenmenschenmäßig gegängelt, gemodelt, geknebelt & blockiert wird: ideologisch durch den nietzscheanistischen religiösen atheismus & sei er noch so links aufgeheideggert (à la PAULUS badiou, heideggerjünger & benjaminmissbrauchspfaffe agamben e tutti quanti staatskommunismus-apostel) + materiell/machtförmig durch diktatur einer „communistischen“ elite à la neoneoleninistischer parteiherrschaft (von der zizek & seinesgleichen clownsheilsarmee seit langem träumt) sei sie auch noch so linksparteienmässig ums ganze verwässert. den kardinalen denkfehler all dieser ewiggestrigen pomokommunisten & regierungsanarchisten teilt nolens volens, wer sich communistische umwälzung & die unvermeidliche antistaatliche revolutionäre diktatur des wirklichen proletariats nicht so vorstellen kann wie sie einzig möglich & wünschenswert ist: als die gesellschaftsindividuell frei geregelte arbeit der ungeheuren mehrzahl im interesse der ungeheuren mehrzahl – nichts drunter & nichts drüber. die lässt sich nun mal nicht durch welche „linke“ oder „communistische“ elite bzw. avantgarde auch immer ersetzen (repräsentieren) geschweigedenn erziehen. ihr denkt hier bisher nicht konsequent die marxsche feuerbachkritik nummer drei mit, „dass die umstände von den menschen verändert & der erzieher selbst erzogen werden muss“, sondiert stattdessen immer noch & immer wieder die gesellschaft in zwei teile, von denen der eine über sie erhaben „ist“ (was aber nur der dünkel der „eliten“ , „avantgarden“ und separat“parteien“ist). eure anticommunistischen skeptizistischen counterparts haben daher leichtes spiel, wenn sie von der hohen warte der akademie = der ideologischen staatsapparate den general intellect in bürgerlich-kapitalistischer formbestimmtheit gegen eure communismusgängelungs-anmaßung in stellung bringen können, da sie sich solange zum anwalt der gesellschaftlichen interessen der ungeheuren mehrheit ALS BÜRGER (hommes/femmes bourgeois/es + citoyen/nes) aufspielen können, die alles beim alten lassen möchte solange sie keine schnäppchengünstig auskalkulierte bahncard2020 in den staatlich-garantierten-regulierten-kapitalistischen-kommunismus-wie-wir-ihn-noch-nicht-kannten-aber-wasch-uns-den-pelz-&-mach-uns-nicht-nass-wunschtraum-erfüllenden-spiessbürgerkosmos zur professionell organisierten besetzung-des-bahnsteigs-kampagne in ihrem briefkasten haben.
    und mit der drohung „die communisten wollen euch mit vorgehaltener knarre auch noch das letzte reihenhäuschen kind&kegel wegnehmen, den letzten „traumjob“ vernichten & familie team & spirit kaputtmachen, also jeden noch verbleibenden sinn-des-lebens zu opfern zwingen, jedes bisschen erfüllung in der arbeit am status (gesellschaftlich) + der freizeit (privat) auch noch restlos eliminieren“ – damit können unsere gewaltphobieschürer und privateigentumsdemagogen wunderbar wiedermal davon projektiv ablenken dass es der bestehende kapitalismus-wie-wir-ihn-kannten-und-noch nicht-kannten-aber-kennenlernen-werden selber ist der dies alles je länger je mehr (zum glück für uns communist_innen wenigstens) schon vollbringt: die ganze drecksarbeit DIE WIR NICHT MEHR ERLEDIGEN MÜSSEN schliesslich.
    damit will ich nur auf das argument hinaus: die REALEN HUMANISTEN sind wir (vgl. MEW2 gegen die heilige familie der elitären „kritischen kritik“) & das sollten wir auch militant & offensivst deutlich zu machen verstehen, endlich. plausibel für die besten elemente in der ungeheuren mehrzahl (die sind in den meisten individuen, in ihrer charakterstruktur schon „verpanzert“ angelegt, es handelt sich nicht um separate personengruppen – die sich natürlich auch immer assoziieren, aber keine elite darstellen, keine „übermensch“-ambitionen wie der durchgeknallte professor nietzsche hegen & die dessen sozialdarwinistischen eugenischen züchtungspläne & antisemitisch-europiden größenphantasien sowie dionysische körperblockzerstückelungs&wiederverschmelzungsmythologie angeekelt dahin verweisen wo der nietzscheanismus hingehört: ins REICH der blonden bestie mit ihrem vitalistischen willen-zur-macht des fressens&gefressenwerdens, auch als „linke bewegung“ der politikanten aktivistInnen), also auch zu recht attraktiv ist das communistische interesse das bereits in den leuten herumwühlt & sie zu allem möglichen treibt. wenn sich das bewusst-communistische element – was nichts mystisches ist das „man in den eiern hat“ sondern einfach das sich assoziieren & organisieren zur theoretischen erarbeitung der analyse& einsicht in die geschichte + den gang der verhältnisse sowie das entsprechende penetrante hervorheben + scharfmachen der EIGENTUMSFRAGE in allen formen & phasen der wirklchen bewegung (die wir nicht selber zu „machen“ brauchen) — also wenn sich das bewusste element durchsetzen kann & „muss“ (soll), dann in 1.linie absolut kompromisslos+aggressiv gegen alle formen des „falschen“, verkehrten, PSEUDO-sozialistischen/
    staatskommunistischen bzw. vergemeinschaftlichenden (proudhonistischen, „freiraum“-ideologischen) antikapitalismus, gegen die falsche revolution, die zurückfällt in vormoderne trümmer&überreste-untergegangener-produktionsweisen (patriarchat&“matriarchat“, kinship-relations, clanwesen etc.etc.) und/oder durchbricht zu kapitalistischen modernisierungsformen totalitärer racket-macht & selbstverwaltung der mehrwertausbeutung+reproduktion in den erscheinungsformen „klassenloser klassengesellschaft“: BEIDE VARIANTEN VERKEHRTER „REVOLUTION“ & EINES FALSCHEN „SOZIALISMUS/KOMMUNISMUS“ WEISEN DIE STRUKTUR VON MODERNEM ANTISEMITISMUS AUF, und der entwickelt sich munter immer weiter (z.b. als abgesunken-modifiziert religiöser in der umma-ideologie). ein plus ist immerhin, dass die communistischen elemente hiergegen – gegen diesen allerersten, gefährlichsten hauptfeind, der jedes weitere zusichkommen der wirklichen bewegung als communistischer blockiert (gerade auch in „der linken“, in den facebok-revolutionary karrieristInnen-bewegungen à la otpor-kader, in den gärungen der tiqqun-invisibles-neo-attaci-kaderbildungen ausgehend vom global campus etc.) eine allianz mit immer noch in richtung „zivilisatorische mission des kapitals“ getriebenen (freiheitgleichheitgeschwisterlichkeits-gläubigen, menschenrechts-naiven, kulturverliebten, wissenschaftlich-kritischen, kurz: real-humanistisch gesonnenen) elementen zahlreich & förderlich eingehen kann. natürlich sind die borniert & janusköpfig, aber das ist ja nun nichts neues, aus der antifaschistischen bündnis-ära dürften wir inzwischen wohl gelernt haben (nämlich nicht ihr hilflos ausgelieferter schwanz zu werden). denen allen muss der zivilisatorisch-humanistische schneid abgekauft werden vom communistischen element, sonst hat es keine chance. d. h. ansonsten klammern sich alle doch lieber noch an die reste der bürgerlichen zivilisations-standards, können diese aber dann nicht über sich hinaus weitertreiben & also auch nicht halten. das heisst aber für das (von dem genialen APP-satiriker seinerzeit unbewusst materialistisch-historisch entwickelte) „zonen“-modell, das an dieser stelle zu recht zugrundegelegt & endlich wieder ein wenig weiter durchgespielt wird:
    die NS- sowie umma-klerikalfaschistInnen etc.etc. dürfen & MÜSSEN nur dort & nur dann getötet werden (von antifaschistischen etc. & communistischen selbstverteidigungs-kontingenten), wo sie DIE ZIVILISIERTEN (bürgerliche + communistische) militant-mörderisch angreifen, aber generell muss ihren anhängerInnen (den gläubigen) – wie allen gläubigen, spinnern, knechtseligen, unterwerfungs- & verzichts-süchtigen, selbst-opfern etc. – das recht unter der antistaatlichen revolutionären diktatur des proletariats glaubhaft-zuverlässig garantiert werden solange & soweit sie sich in ihrem zugesicherten friedlichen rahmen von zonen, reservaten oder sphären halten ohne übergriffig zu werden. das müssen wir ihnen & der ganzen bürgerlichen öffentlichkeit heute schon offensiv klarmachen & plausibel machen! anstatt UNS den gewohnten hut aufsetzen zu lassen WIR wollten blutbäder & GULager anrichten, die sicherheiten & standards der bürgerlichen rechtsstaatlichkeit HINTERschreiten, etc. etc., drehen wir den spiess endlich mal historisch um. das hat natürlich nichts mit auf-dem-boden-der-kapitalistischen-grundordnung-bleiben zu tun, sondern im gegenteil: mit der einzigen möglichkeit sich gesamtgesellschaftlich von diesem erdbebenboden abzustoßen. es ist eben eine nicht ganz unkomplizierte dialektik bitteschön.
    sozialpsychologisch (-- die große schwäche & achillesferse des bisherigen communismus & seiner kritischen theorie) heisst das: den mythos vom könig MIDAS wissenschaftlich-communistisch (psychoanalytisch) scharf zu machen (etwa analog dem oedipus-modell in der individuellen klassischen ps.a.). das kann nur heissen: geben wir im rahmen der antistaatlichen (totaldemokratisch kontrollierten & absetzbaren) milizen-macht usw. des durch seine räte direkt herrschenden proletariats = der ungeheuren mehrzahl (die ihre machtausübungsformen & selbsterziehungsformen historisch selber neu erfinden & experimentieren muss) alle gewünschten materiellen möglichkeiten, ihre tempel zu bauen, sich ihre abstrusen wünsche zu erfüllen, ihrem kultus zu frönen, mit einem wort: ihren fanatismus AUSGLÜHEN ZU LASSEN; innerhalb weniger generationen ist der spuk vorbei, weil das religiöse bedürfnis schlicht keinen materiell-psychosozialen boden mehr hat. die mörderische alltagsreligion „antisemitismus“ wird zwar noch länger schwelen, muss jedoch ohne nachsicht erstickt, verfolgt, ausgetrocknet & ausgebrannt werden, wo wir auf sie treffen. damit können wir jetzt „schon“ anfangen. ferner wird in den reservaten/zonen/sphären unter der antistaatlichen revolutionären diktatur der ungeheuren mehrheit nur spielerische freiwilligkeit der teilnahme geduldet werden! es dürfen keine kleinen kinder getauft, ihnen an körperteilen rituell herumgeschnippelt, der verkehr der kids gegängelt/beschränkt/unterbunden werden etc. (natürlich wird das dann sehr weitgehend längere zeit noch heimlich geschehen, aber dafür werden diese übergriffigen generationen – so wie die afrikanischen beschneiderinnen heute schon aufgekauft-durch-jobwechselangebot usw. isoliert & zurückgedrängt werden können — auch bald aussterben in dem maße wie der ökonomische & kulturelle boden ihnen unter den füßen weggezogen werden kann. notfalls müssen um die auflösung solcher hartnäckigen bösartigen residuen eben dann auch mal communistische zivilisierende kriege geführt werden). man sieht gleich: es geht einfach überall um die EIGENTUMSFRAGE: kinder dürfen keinesfalls privateigentum ihrer erzeuger oder „des staates“ sein, die COMMUNEVERFASSUNG (sic marx: MEW 17 entwürfe) beseitigt mit der zertrümmerung jeglicher staatlichkeit im ansatz schon als auftakt & conditio-sine-qua-non der selbstaufhebung des proletariats (= die ungeheure mehrzahl hört auf lohnarbeit zu verrichten & regelt ihre produktion+verteilung planmäßig selbst; es kann also auch – schon marx zufolge – keinerlei „proletarischen staat“ geben; die revolutionäre diktatur des proletariats ist das gerade gegenteil von staatlichkeit & als übergangsform der politischen macht höchstens bestimmten staatstätigkeiten – wie vor allem bewaffneten formationen zur niederhaltung der konterrevolutionären elemente – nurmehr ANALOG: MEW 19, das ist es was die „radikal“-reformisten so verzweifelt umlügen) als generalisierte selbstverwaltung der ungeheuren mehrzahl jegliche staatsmaschinerie & zerstört damit DAS gesamtinstrumentarium, gesamtarsenal, regulations-ensemble des PRIVATEN KLASSENeigentums an den GESELLSCHAFTLICHEN produktions-&lebensmitteln&bedingungen. deshalb müssen natürlich im selben zuge alle „freiräume“, enklaven & exklaven – damit sie nicht in regressive barbarei zurückfallend allein schon sich der communistischen produktion-im-weltmaßstab (die kapitalistische produktion-um-der-produktion-willen durch kombinierte weltgesamtarbeiterin nicht hinterschreitend sondern überschreitend!) entziehen können, aber gerade auch kulturell+psychomental im interesse der freien, schrankenlosen entfaltungsmöglichkeit des gesellschaftlichen INDIVIDUUMS (MEW 42) schon von kindesbeinen auf – von der gesamtgesellschaftlichen macht kontrolliert werden. darin allein erfüllt sich, konkretisiert sich ja der klasseninhalt dieser macht: diktatur gegen alles was die individuen festhält & behindert, verkrüppelt entgegen ihren gesellschaftlich-selbstbestimmten entfaltungsbedürfnissen, damit sie sich der selbstverknechtung „freier“ lohnarbeit entziehen können, so dass diese letzte form fremdbestimmter=zwangs-arbeit bald nicht mehr vorstellbar ist. die vormodernen, religiösen & völkisch-deutschtumsreligösen oder ummaistischen, animistischen etc. kulte werden dann sehr schnell zu marginalien am rande der generalisierten selbstverwaltung — zu belächelten kuriosen ashrams von amish-people, die man lässt; zu freilichtmuseen. viel schwieriger stellt sich das nichtgewaltsam, nicht in zonen oder reservaten zu erzwingende „ausglühenlassen“ innerhalb der „mehrheitsgesellschaft“ selbst, die – oder keine – ja aus ihren widersprüchen, ihrem unbehagen gegenüber ihrer wunderschönen lohnarbeit/kapital-lebensweise zur antistaatlichen r.d.p. als generalisierte selbstverwaltung bzw, communeverfassung sich durchgerungen hat (sonst wird es, ohne sie, gegen sie, eben gar keine communistische übergangsphase = revolution gegeben haben, dem müsst ihr nun mal einfach ins auge sehen) zugleich aber noch sehr sehr stark an ihrer wunschlandschaft vom kapitalistisch normierten&formierten pursuit-of-happiness mit sämtlichen muttermalen hängen wird – die sie eigentlich sogar „jetzt erst recht endlich“ realisieren will …
    ich denke, hier gibt es eine ausdiffernzierung innerhalb dieser „ungeheuren mehrzahl“ selbst, so wie es ja ohnehin die ganze zeit auch noch die nicht so ungeheure aber gesellschaftlich relevante MINDERZAHL (starke gesellschaftliche minderheit) gibt, die sich erst recht ausdifferenziert, ja von anbeginn gespalten ist: in die ultra-reaktionäre minderheit innerhalb der minderzahl (dieses lager kommt in die verbannung seiner zonen & zwangs-spielreservate, nachdem sein bewaffneter widerstand gebrochen wurde im verlauf der durchsetzung der wirklichen bewegung als militant communistischer bei sofortiger zerschlagung der ganzen staatsmaschinerie welche ja jene ultrareaktionären formationen schützt, beherbergt, päppelt & gegen uns in reserve hält (todesschwadronen, „dienste“ etc, aber last but not least die reformistischen noske-formationen der gegenwart) hier erfüllt sich die aufgabe der niederhaltung der konterrevolutionären kräfte durch die rev. antistaatl.diktatur d.pr. ) auf dem einen extrem – auf dem entgegengesetzten extrem der „nicht ganz so ungeheuren minderheit“ aber sind wiederum die tatsächlich de facto avantgardistischen elemente des progressivsten flügels der bürgerlichen gesellschaft ankristallisiert & konzentriert: bourgeoiskommunistisch-zivilgesellschaftlich individuierte & assoziierte nonkonformist_innen + queering associations, authentisch-autonom (d.h.: nicht staatstragend-bürgerwehr-racketmäßig wie momentan zumeist) antifaschistisch-antisexistisch usw. organisierte, kollektivanarchistisch-subversive, communistoide & die communistisch assoziierten selbst (naturwüchsig-programmatisch am meisten von allen cosmopolitisch-weltgesellschaftlich „vernetzt“) (sehr wenige reformisten dürften sich noch auf diesem progressivsten flügel befinden wenn es spitz auf knopf geht – wie die geschichte immer wieder gezeigt hat). aus diesen werden sich die kontrollierenden militanten keim&kern-kontingente innerhalb der generalisierten selbstverwaltungsorgane der ungeheuren mehrzahl sammeln und zusammensetzen, die bewusst selbsterzieherisch – QUA KRITISCH-THEORETISCHER PRAXIS IN PERMANENZ die allererst sie zu organisieren verstehen & zu propagieren verstehen aber last but not least „zu leben verstehen“ — & bewusst anti-elitär es vor allem vermeiden werden „erzieher_innen“ der gesellschaft zu sein. sie können & werden allerdings „anwält_innen der gesellschaftlichen list“ sein sowie diejenigen welche am kühnsten zu experimentieren & am schnellsten & wohlgezieltesten gegen die konterrevolution zuzuschlagen verstehen. sie werden daran arbeiten vor allem sich so bald wie möglich gesellschaftlich überflüssig zu machen. SIE WISSEN UM DAS MIDAS-SYNDROM & den effekt, die wirkungsweise, die list: wie auch der spiessige gemäßigt-communistische mainstream (der leider wohl immer mainstream bleiben wird so progressiv er sich historisch im interesse der ungeheuren mehrzahl wandeln mag) dazu VERFÜHRT werden kann, seine spiessigkeit & seinen konformismus aufzugeben, sobald er es endlich SATT hat & es selber merkt, dass es DAS nicht ist, wenn sich alles was seine hand und sein blick berührt „in gold verwandeln muss“.
    (ich werd nach diesem sermon hier keine äusserungen mehr absondern. die israel-parteinahme hab ich als einziges hier nicht einbauen können: selbstverstaändlichkeiten zu begründen ist manchmal einfach zu kompliziert, sorry).

  13. Gravatar Icon 13 morpheus 14. Juni 2011 um 1:00 Uhr

    Solange sich Menschen nach dem „Alpdruck des kapitalistischen Verblendungszusammenhangs zurücksehnen“ sind sie nicht befreit und das wird es wohl sein, womit Communisten 8zunächst) ihre Freizeit verbringen. Neo. Das wird allerdings erstmal nebenbei erledigt, weil die to-do-liste noch ein paar Punkte beinhaltet für die die Zeit knapp wird. Da wären verschiedene Umweltproblematiken (Klima und andere Katastrophen) und ausgehende Ressourcen, eine älter werdende Gesellschaft, die eine oder andere medizinische Frage ist vlt. auch noch zu klären – man kann sicherlich noch hunderte Beispiele aufzählen die von befreiten Menschen, halbwegs rasch hingebogen werden müssen.
    Abgesehen davon ist jeder Mensch, dem im Angesicht der Möglichkeit eines befreiten Lebens, dieses nicht ermöglicht wurde, eine Niederlage für den Kommunismus(hunderte Mio.hungern heute oder haben kein Dach überm Kopf – und da Abhilfe zu schaffen ist noch lange nicht die Befreiung). Und da ist es doch gerade recht die Eisenbahnstreichler wachzurütteln und Potentiale frei zu sprengen.
    Der Krieg gegen die Konterrevolution ist allerdings eine lästige Angelegenheit und man kann nur hoffen, dass nicht zu viele Kraft darin verschwendet werden muss. Allerdings: eine Erziehungsdiktatur bringt keine Kommunisten hervor ergo weniger Kommunisten = geringere Erfolgschancen für die Menschheit. Das autonome Ziel ist eines Kommunisten ist somit Menschen zu befreien (die für mich anspruchsvollste vorstellbare Tätigkeit) und dadurch selber frei zu sein.

  14. Gravatar Icon 14 georgi 14. Juni 2011 um 8:16 Uhr

    Solange sich Menschen nach dem „Alpdruck des kapitalistischen Verblendungszusammenhangs zurücksehnen“ sind sie nicht befreit

    Solange es bei Linken nur Leute gibt, die nix als Scheiße im Kopp haben, wird sie niemand für voll nehmen, neo (und morpheus).

    BTW, „By the L“ ist die pre-beta-Version meiner neuen Computersoftware, die gelehrte Abhandlungen verfassen kann, die für linke Zusammenhänge geeignet sind. Die deutschsprachige Version ist noch nicht voll funktionsfähig. Die produzierten Texte erscheinen dem Leser noch als zu konfus. Wir arbeiten an Verbesserungen. Doch eines Tages wird mein Programm das Internet mit Kommentaren überschwemmen, und den Kommunismus erkämpfen! Das dauert nicht mehr lange. Nazis, Moslems, Revolutionäre, die falsche, weil strukturell antisemitische Revolutionen machende Revolutionäre, können schon einmal ihr Testament machen.

  15. Gravatar Icon 15 morpheus 14. Juni 2011 um 10:21 Uhr

    Ich bin mir nicht sicher ob mit dem „Midas-Syndrom“ die Tragweite der gesellschaftlichen Dysregulation richtig versinnbildlicht ist, weil das Prinzip der Plusmacherei, das schrankenlose Anhäufen auf Grundlage sich ständig neu konfigurierender Konkurrenzverhältnisse – dem Paradox unbegrenzten Wachstums als Ideal folgend – mit sich bringt, dass sich Nichts in Gold sondern Alles in Scheisse verwandelt, die leider niemals satt macht.

  16. Gravatar Icon 16 ekmek 14. Juni 2011 um 15:26 Uhr

    Erstaunlich wie auch von vermeintlich emanzipatorischer Seite „Schwarze Pädagogik“ als Mittel gesehen wird, um mit den verkümmerten Individuen, die die gesellschaftlichen Verhältnisse hervorgrbracht haben, umzugehen.

    Menschen die durch Gewalt in Gewaltverhältnisse sozialisiert worden sind, die durch Ausübung Herrschaft in Herrschaftsverhältnisse sozialisiert worden sind (man nennt das auch heute noch „Erziehung“) sollen durch Ausübung von Herrschaft und Gewalt, also nichts anderem, als das sie Tag für Tag selber erleben, erlebt haben und ausführen, verändert („erzogen“) werden.

    Ein Blick auf Bootcamps und Knäste reicht aus, um zu sehen wie erfolgreich solche Methoden sind.
    Menschen zu brechen hat noch nie zu ihrer Befreiung geführt.
    Sie zu erschießen übrigens ebenfalls nicht.

    Um sie an den Galgen zu bringen und zu erschießen, um gegen sie Krieg zu führen und sie schlussendlich in einer räumlich separierten Erziehungsdiktatur unterdrücken zu können, nicht zuletzt dafür ist die Revolution da und es wird keine communistische Revolution sein wenn dies nicht geschieht.

    Da sprechen ganz andere Sachen aus den Menschen als die Vernunft, die sie bei solchen Sätzen vorschieben.

  17. Gravatar Icon 17 LW 14. Juni 2011 um 19:39 Uhr

    „das postulieren einer „erziehungsdiktatur“ ist nur poststalinistische und adoleszentes rumprovozieren. wirkt bei den punkern der appd ja schon lächerlich, bei lyzis oder hier aber noch mehr.“ (tee)

    Hör mal mit deinen schwachsinnigen Verleumdungen auf, tee, Du hirnloses Arschloch: Niemals habe ich irgendwo so etwas wie einer „Erziehungsdiktatur“ das Wort gesprochen, oder diesen komplett schwachsinnigen Commünisten-Ausdruck auch nur erwähnt. Was wir heute weltweit alle und in verschärftester Form ever aufgezwungen bekommen, DAS ist eine Erziehungsdiktatur. Der Sozialismus wird die Befreiung aus den Klauen dieses Unbildung und Unsittlichkeit produzierenden Erziehungs-Elends sein, dessen paradigmatisches Produkt ein Volldepp wie Du bist, der auch noch ernsthaft in antikommunistisch-faschistoider Weise hingeht, und eben jene stalinistische Zivilisierungsleistung als Diktatur denunziert. Der Fortschritt kann kaum größere Feinde haben als Dich.

  18. Gravatar Icon 18 neo 14. Juni 2011 um 19:54 Uhr

    Ihr Heinis solltet den Text wenigstens richtig lesen, bevor ihr hier eure Reflexe und Ressentiments rausblökt.
    Die „Erziehungsdiktatur“ (whatever… nennt es altbacken „Diktatur des Proletariats“) wird über der Minderheit an Reaktionären errichtet, nicht über der absoluten Mehrheit.

    Das ist eine ganz simple objektive Bedingung der Revolution die diesen Namen auch verdient.

    auf @ekmekundKonsorten gehe ich jetzt gar nicht weiter ein, obwohl zu deren Gesalber noch eine Menge zu sagen wäre. Befleissigt euch erst einmal der Fähigkeit des sinnverstehenden Lesens, dann bin ich auch bereit mit euch zu diskutieren.

  19. Gravatar Icon 19 neo 14. Juni 2011 um 20:02 Uhr

    @Pöbel
    In dem Text spreche ich ganz konkret von Islamisten, Nazischlägern, Menschenjägern etc. denen zivilisierende Gewalt angetan werden soll, um sie dauerhaft und nachhaltig davon abzuhalten weiterhin tun zu können was Islamisten, Nazischläger und Menschenjäger eben so tun und ihr entblödet euch nicht darüber zu geifern und euren sozialpädagogischen verpfafften Antigewaltreflexen in pawlowscher Manier freien Lauf zu lassen. Ist ja lächerlich, überhaupt nicht diskussionswürdig so ein Geschwätz.

  20. Gravatar Icon 20 LW 14. Juni 2011 um 20:14 Uhr

    @Revolutionsführer neo:

    Du faselst Blödsinn. DIE Diktatur des Proletariats ist etwas völlig anderes als eine „Erzehungsdiktatur“. Die D.d.Prolet. ist eine ökonomische Kategorie, nämlich eine revolutionäre Einrichtung, die über die Produktionsverhältnisse herrscht, bzw. den jeweils erreichten Stand der sozialistischen Ökonomie absichert.

    EINE „Erziehungsdiktatur“ hingegen, eh vollkommen unzureichend definiert, ist lediglich ein pädagogischer Terminus, also derselbe bürgerlich-sozialdemokratische Quatsch, wie er heute DIE INDIVIDUEN (nicht ihre Wirtschaft) unterjocht, also nahezu das Gegenteil der D.d.P.

  21. Gravatar Icon 21 neo 14. Juni 2011 um 20:43 Uhr

    @Lyzis
    Tja da trennen sich eben die Wege zwischen Leninismus und dem was u.A. ich mir so vorstelle.
    Überhaupt mache ich mir keine Gedanken über die genauere Ausgestaltung, wer piekst wenn mit welchem Bajonett und wie hat die Partei das zu managen.
    Es gilt ex negativo darzustellen wie es um die objektive Beschaffenheit der Arbeitsbedingungen einer comm. Revolution die diesen Namen auch verdient bestellt ist. Unterhalb von der Abschaffung des Kapitalverhältnisses (Ware, Geld, Lohnarbeit) ist da eben nix zu machen und die Revolution läuft ins Leere wenn zb. in einem „Sozialismus“ noch jahrzentelang mit Geld rumgefummelt wird.
    Das muss fix gehen, da muss vorangemacht werden und diejenigen die das nicht einsehen müssen gehetzt werden, damit sie gar nicht erst zur Besinnung kommen, um sich zu reorganisieren. Das ist kein Prozess eines behäbigen Parteiapparates, als avantgardistischer Stellvertreterorganisation des Proletariats, sondern das ist die weltweite Katharsis der zu sich selbst kommenden Menschheit.

  22. Gravatar Icon 22 tee 14. Juni 2011 um 21:25 Uhr

    lieber lyzis, freut mich dich getroffen zu haben. doch eine denunziation als diktatur habe ich wahrlich nicht vollbracht, hast du mittlerweile wohl selbst gemerkt. vielleicht aber nächstes mal.

    Der Fortschritt kann kaum größere Feinde haben als Dich.

    na sehr gut. denn zivilisatorischer fortschritt, wie ihn deinesgleichen und die dazugehörigen antagonisten im wettlauf um die dümmste ideologie vertreten, ist auch mein größter feind.

  23. Gravatar Icon 23 Fräulein Schauprozess 14. Juni 2011 um 22:04 Uhr

    „Überhaupt mache ich mir keine Gedanken über die genauere Ausgestaltung, wer piekst wenn mit welchem Bajonett und wie hat die Partei das zu managen.“

    Das sagt alles über deine Person als Konterrevolutionär aus. Spalten, Nichtstun, „Die permanente Revolution“ schreiben. Damit die Revolution nicht in die Hände solcher Bourgeoisen Hirntoten wie dir oder „tee“ oder wen auch sonst fällt, sollte klar sein, das die Arbeiter den Hammer, die Bauern die Sichel, die Rote Armee die Gewehre, der intellektuelle Kader Stift und Papier und Lyzi, Ich und andere mit Resthirn, den Knüppel und die Einweisungspapiere für euch Spinner nach Sibirien in der Hand haben sollten.

    Eispickel yuché.
    Grüße Wolkenkratzer

  24. Gravatar Icon 24 .Living 14. Juni 2011 um 23:12 Uhr

    denn zivilisatorischer fortschritt […] ist auch mein größter feind.
    Als hätten wir es nicht gewusst und dir schon gesagt. Und dann wunderst du dich darüber, dass Kommunismus nicht mit einem Messias in die Welt gezaubert werden kann, sondern des langwierigen proletarischen Klassenkampfes, selbst und gerade eben noch in Formen der Diktatur des Proletariats. Wenn der Sozialismus bildet, schafft er damit dich, antikommunistische Unbildung in persona, ab.
    Dein Programm ist „Um’s Ganze!“. Also „um nix“.

  25. Gravatar Icon 25 neo 14. Juni 2011 um 23:43 Uhr

    @Fräulein Schauprozess
    „Der Arbeiter den Hammer… der intelektuelle Kader den Stift…“
    Willkommen in der Welt der Trennungen… Bürger! So leicht hat sich die hölzern daherstaksende ML-Denke nur selten entlarvt! Mal abgesehen davon das kein vernünftiger Mensch mehr mit einer Sichel arbeitet und „Bauern“ selbst in der DDR schon längst Agrartechniker oder Traktoristen genannt wurden. „Einweisungspapiere“, in die Psychiatrie, oder was? wer bitte soll die ausstellen, Wachtmeister Dimpfelmoser und sein vor Sadismus geifernder und nach „Normalität“, Ruhe und Ordnung lechzender Kleinbürgerfanmob? Pah, denkste! Lächerlich infantilstes Geschmarre auf DKP-Schrebergartenniveau, ML-Käse deutschester Prägung.
    Von Revolution keine Ahnung, noch nicht einmal die rasante Entwicklung der Produktivkräfte mitbekommen, aber hier die Oberaufseherin mimen. Dankeschön-Weitergehen.

  26. Gravatar Icon 26 tee 15. Juni 2011 um 1:59 Uhr

    Und dann wunderst du dich darüber, dass Kommunismus nicht mit einem Messias in die Welt gezaubert werden kann, sondern des langwierigen proletarischen Klassenkampfes, selbst und gerade eben noch in Formen der Diktatur des Proletariats.

    wundert mich keineswegs. aber denk dir (ganz communistisch) ruhig weiter was aus. bist hier schon richtig.

  27. Gravatar Icon 27 tee 15. Juni 2011 um 2:07 Uhr

    btw: ist das jetzt mal der gesammelte angriff der lyzis-klonarmee? mit neo und thiel bist du jetzt jetzt schon virtuelle sieben oder acht stramme revolutionäre, oder? ach verzeihung, fräulein schauprozess ist ja nur das smartiekorrelat.

  28. Gravatar Icon 28 Thiel Schweiger 15. Juni 2011 um 2:52 Uhr

    Puh, wie es hier schon wieder zur Sache geht, nur weil Neo das Wort „Erziehungsdiktatur“ verwendet hat und ich mich in einigen flapsigen Sätzen positiv auf Nietzsche bezogen habe.

    Aber nun gut: ich werde versuchen so gut es geht auf die wichtigsten Punkte zu antworten, auf die nicht ohnehin nicht schon von anderen geantwortet wurde (und die mir überhaupt einer Antwort würdig erscheinen).

    @ Georgi:

    „In einer proletarischen Revolution werden sich die o.g. Freunde von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit & Fortschritt, die Verteidiger der Menschenrechte, die Zionisten und Kämpfer gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels sich mit den antikommunistischen, islamistischen, reaktionären Tyrannen, den Mubaraks und den Saudis sowie den Emiren vom Golf zusammentun, und diese proletarische Revolution bekämpfen. So, wie sie es immer schon getan haben.“

    Nach dem Satz habe ich ehrlich gesagt schon wenig Lust, mit dir überhaupt zu diskutieren. Du verstehst einfach nicht, dass es mehrere ideologische Reaktionsweisen auf die Zumutungen im Kapitalverhältnis gibt, die man nicht in einen Topf werfen kann. Nationalsozialismus, Islamismus, Sozialismus, Liberalismus …: alles „Moderne“=Kapitalismus. Doch selbst diese blutige Abstraktion sollte dich doch zu der Erkenntnis führen, dass unter diese Ideologien auch die „wirkliche Bewegung“, in meiner Diktion der Communismus, zu verorten ist. Er steht doch nicht jenseits der ideologischen Kontinuums seiner Zeit – sonst wäre er schlichtweg auch keine Bewegung, keine Theorie mit irgendeiner Aussicht, die Massen zu ergreifen bzw. von ihnen ergriffen zu werden, sondern willkürliches Geschwätz.

    Der Grundwert der Moderne ist tatsächlich die Freiheit. Doch wie kommst du darauf, dass die organisierte Gegenaufklärung / Antimoderne diesen Wert ebenso setzt? Religiöse, die irgendein von Menschen geschriebenes Buch für die Offenbarung Gottes halten und ihr gesamtes Leben danach ausrichten sollen für die Freiheit sein?

    Tatsächlich ist die erfahrene Freiheit im Kapitalismus defizitär. In einer wirklich freien Gesellschaft gäbe es keine Angst vor der Freiheit. Zugleich gibt es so etwas wie eine Ideologie der Freiheit, die als Herrschaftsinstrument eingesetzt wird. Doch dies eingedenk können wir als irgendwie Revolutionäre doch garnicht anders, als uns genau auf diese Freiheit (die keineswegs „falsch“ ist sondern schlicht die höchste Form der Verwirklichung der Freiheit in der Geschichte repräsentiert – herrschen tut sie sowieso nicht) zu beziehen. Diese Freiheit kann jeder für sich entdecken und es entdeckt sie auch jeder, der will.

    Ganz konkret: ein Nazi sagt, er folgt dem Führer, weil „man“ es so muss. Ein Liberaler fragt nach Gründen, er lehnt eine Politik, die konstitutiv auf blindem Gehorsam basiert instinktiv ab. Ein Communist macht doch letztendlich dasselbe, auch wenn er zu gänzlich anderen Resultaten als der Liberale kommt. Genau das ist der Gehalt von Freiheit: dass ich mich nicht einfach irgendwie verhalte, sondern mein Verhalten reflektiere, nach Gründen suche etc. pp. In der Moderne versagen die traditionellen, geschlossenen Begründungszusammenhänge, im Grunde gibt es keine selbstevidenten Gründe für irgendetwas mehr. Aus reaktionärer Sicht ist das eine „Kulturkrise“, die durch einen Rückfall in eine neue geschlossene Ordnung überwunden werden muss. Aus progressiver Sicht kann ein Umgang nur lauten: wir heben den „Nihilismus“ auf, indem wir ihn gleichzeitig bewahren und zu überwinden trachten. Gleichzeitig dämmert, dass diese „Überwindung“ nur in einer gänzlich anderen Gesellschaft möglich wäre.

    Die „Moderne“ freilich ist nichts anderes als der kulturelle Bewusstwerdungsprozess des Bürgertums, die avancierteste Artikulation seines Lebensgefühls. Diese Artikulation weist jedoch über ihre eigene Partikularität, spätestens, wenn sie sie in sich selbst reflexiv aufnimmt, hinaus und wird tatsächlich Ausdruck des Universellen – des gegenwärtigen Stands der Potentiale der Gattung, von denen die übergroße Mehrzahl der Gattung exkludiert wird.

    @ ByTheEll:

    Jo, dein Grundkonzept teile ich denke ich. Das „Ausglühenlassen“ finde ich sozusagen als „Erziehungskonzept“ ganz sympathisch.

    Näher eingehen kann ich im Augenblick aus Zeitmangel etc. allerdings nur auf Nietzsche:

    Nietzsche ist schlichtweg der Denker, der das Projekt der Moderne vllt als erster radikal zugespitzt formuliert hat. Natürlich blieb er letztendlich Bürger. Doch er nahm die Herausforderung des Nihilismus an und rang um eine Antwort auf die Frage, wie Moral, Ästhetik, Philosophie, ja letztendlich: das (gute) Leben nach Kant etc. (s.o. – aber ich weiß selbst, dass so ein name dropping etwas Lächerliches an sich hat. Ich verwende diese Namen einfach als Metaphern für natürlich gesamtgesellschaftliche, nicht bloß ideengeschichtliche Ereignisse, die in den Unternehmungen der „Geistesgrößen“ nur ihr Abbild finden). Dass er bei diesem Spiel mit dem Feuer der Aufklärung – wie die gesamte Moderne – auf Abwege geriet, sich die Finger verbrannte, sich nach der Ofenwärme früherer Zeiten zurücksehnte – keine Frage. Doch wir können uns an ihm tatsächlich selbst erziehen und lernen, was es heißt, radikal modern zu sein – unter den Bedingungen radikaler Autonomie zu denken, leben etc. Da ist Nietzsche in mancherlei Hinsicht sogar Marx und (erst recht) Engels vorzuziehen. Das haben doch genügend Leute erkannt.
    Es ist denke ich wie bei Rechts- und Links-Hegelianern. Wieso sollten wir Hegel und Nietzsche der Reaktion überlassen? Aus Hegels Judentumskritik kann man etwa auch prima einen (Prä-)Antisemitismus ableiten, wie es gerade die Linkshegelianer ja auch bekannterweise getan haben. Nietzsche ist abgrundtief einsam, Nietzsche steht auf dem Sprung zum Wahnsinn, Nietzsche kämpft permanent mit sich selbst, mit seiner Verzweiflung, seinem Nihilismus, seiner decadénce – WIR SIND NIETZSCHE, ob wir wollen oder nicht. Wir erblicken durch ihn in den Ab-grund unserer selbst.
    Beim „Übermensch“ geht es auf dem Reflexionsniveau des „Zarathustra“ gerade nicht darum, einen mystischen Sprung zu machen, sondern (in gewisser Weise) sind wir bereits der Übermensch, wir sind die Brücke. Eine undialektische Entgegensetzung von tumber „Masse“ und „Elite“ steckt da überhaupt nicht drin – der „Übermensch“ ist eher die Utopie, aber nicht als abstraktes Jenseits oder ausformulierte Setzung, sondern sich hier und heute vollziehende Bewegung, als stets einzuholendes Potential. (Da ist der Unterschied zum „Communismus“ doch wirklich nur die Betonung auf den Menschen – es käme eben darauf an, subjektive und objektive Seite der Befreiung dialektisch zusammenzudenken.) Der Elitismus ist vllt tatsächlich ein notwendig-falsches Bewusstsein der kulturell avancierten Individuen (deren Existenz du ja nicht abstreitest) – doch gerade Nietzsches Ressentimentkritik lese ich als Antidot dagegen, sich irgendwie diffus als „etwas besseres“ zu fühlen aufgrund einer ominösen „inneren Qualität“. Sich überhaupt immer wieder selbst in Frage zu stellen, sich zu verändern, neue, dunkle Wege zu erkunden. (Okay – das klingt nach Binsenweisheit. Doch das ist schlicht die Grundhaltung Nietzsches. Wie sollte sie mit einer faschistischen Herdenmoral vereinbar sein? Wie mit einem leblosen Elitismus? Wer authentisch ist, muss seinen Selbstwert weder künstlich aufblasen noch sich – was auf dasselbe hinausläuft – in irgendwelchen Selbstmitleids /-kasteiungs-Orgien verkriechen. Er weiß, wer er ist, was er kann und entdeckt es jeden Tag neu in seinen Taten – spielt.)
    Auch die von dir angesprochenen Linkspfaffen kann man mit Nietzsche doch super kritisieren (selbst wenn sie sich selbst auf Nietzsche berufen und ein seltsames Amalgam aus Nietzsche, Christentum und Bumbummoral vor sich hertragen). Das sind halt genau die „Priester“ von denen er spricht. Sie sammeln die Schäfchen, halten ihnen schöne Predigten von der „Idee des Kommunismus“ und vertrösten sie auf den Sankt-Nimmerleinstag. Der „Kommunismus“ fungiert hier tatsächlich als „Sklavenmoral“, wie es Nietzsche an den reaktionärsten Elementen der deutschnationalen Linken seiner Zeit (Dühring, Wagner, „Anarchisten und Antisemiten“ etc.) scharfsinnig diagnostizierte. Das widerliche an diesen Nietzsche-Pfaffen ist doch, dass sie bewusste Priester sind, dass sie wissen, dass das was sie tun Pflege des Ressentiment und Einlullung der „Zukurzgekommenen“ ist.
    Statt wie diese Priester zu werden muss es unsere Aufgabe (neben ihrer ständigen Demaskierung) natürlich sein, „gefährlich zu leben“ und unseren je individuellen „Willen zur Macht“ zu kultivieren. Und das können wir natürlich nur hier und heute, nicht in irgendeiner „Hinterwelt“. (Von daher trifft der Titel des Beitrags von neo schlicht den Nagel auf den Kopf.)

    [“Gefährlich leben“ heißt klarerweise nicht sich begeistert für irgendeinen bescheuerten Krieg o.ä. verheizen zu lassen, „Wille zur Macht“ nicht, in irgendeinem Büro zu sitzen und von da aus Menschenmaterial zu dirigieren. Aber als konsequenter Nietzianischer hat man sich konkreter moralischer Handlungsanweisungen von allgemeiner Gültigkeit ohnehin zu enthalten.]

    Die Originalität Nietzsches sieht man doch schon daran, wie sehr gerade in den kulturkritischen Schriften Freuds hinter nahezu jeder Zeile Nietzsche steckt. Freud geht natürlich wissenschaftlicher, rationaler, systematischer vor als Nietzsche. Die Ambivalenz des Nietzschianismus setzt sich natürlich auch hier in den ja ganz offen antikommunistischen Konsequenzen Freuds fort. Doch Freud wirft eben, inspiriert von Nietzsche, genau die richtige, von Marx in seinem Optimismus so überhaupt nicht in den Blick genommenen, Frage auf: was ist mit der Schattenseite des Subjekts?

    Wobei das in dem trivialen Allerweltssinn alla „wer macht dann die ganze Drecksarbeit“ heute klarerweise eine bereits praktisch gelöste Frage ist. Unser Problem ist tatsächlich das, den Begriffen „Spiel“ und „Freiheit“ konkreten, praktischen Sinn zu verleihen. Und der technische Fortschritt, die Beseitigung der „Lebensnot“, verstärkt das Problem eher als dass er es löst.

    [Ein gemeinsamer Fehler von Nietzsche und Freud ist in der Tat, dass sie die objektive Möglichkeit einer Gesellschaft ohne Herrschaft, ohne „Sklavenstand“ nicht sehen wollten. Darauf sind insbesondere bei Nietzsche die meisten reaktionären Exzesse zurückzuführen. Doch es ließe sich sicherlich zeigen, dass Nietzsche auch in dieser Beziehung klüger war als er sich selbst eingestehen wollte. Er demonstriert ganz bewusst seine Verachtung gegenüber der Sphäre der „Ökonomie“ der bloßen „Nützlichkeit“ – und in dieser Verachtung liegt ja auch, genauso wie in seiner Massenverachtung, ein Stück Wahrheit. Doch dieser Klassendünkel verstellte ihm natürlich zugleich auch den Blick für vieles, was Marx besser erkannt hat.]

  29. Gravatar Icon 29 tee 15. Juni 2011 um 11:20 Uhr

    Sie sammeln die Schäfchen, halten ihnen schöne Predigten von der „Idee des Kommunismus“ und vertrösten sie auf den Sankt-Nimmerleinstag.

    die selben blödis wie solche, die sich den sank-nimmerleinstag herreden wollen.

    ein traum wird nicht dadurch wirklichkeit, dass ihn ihn genau beschreiben kann, sondern durch den eintritt in die schlafphase. ;)

  30. Gravatar Icon 30 ekmek 15. Juni 2011 um 13:44 Uhr

    In dem Text spreche ich ganz konkret von Islamisten, Nazischlägern, Menschenjägern etc. denen zivilisierende Gewalt angetan werden soll, um sie dauerhaft und nachhaltig davon abzuhalten weiterhin tun zu können was Islamisten, Nazischläger und Menschenjäger eben so tun und ihr entblödet euch nicht darüber zu geifern und euren sozialpädagogischen verpfafften Antigewaltreflexen in pawlowscher Manier freien Lauf zu lassen.

    Du wirfst einiges durcheinander deswegen hätte ich gerne Klarheit:
    Willst du sie erziehen? (Erziehungsdiktatur/zivilisierende Gewalt)
    Willst du sie umbringen? (Galgen/erschießen)
    Willst du sie wegsperren?

    Wenn du ernsthaft glaubst Menschen durch Gewalt verändern(„erziehen“) zu können, dann wirfst du mal eben 100 Jahre psychologische Erkenntnis von Bord.
    Wenn du meinst sie umbringen zu müssen dann muss ich sagen, dass es in dem Moment wo die Möglichkeit besteht sie aufzuhängen und standrechtlich zu erschießen es vollkommen ausreicht sie wegzusperren, so sehr dir auch der Finger juckt.
    Wenn du sie wegsperren willst: dann sag es doch einfach :)

    btw: „Antigewaltreflexe“ wie du sie nennst sind eine Grundvorraussetzung, um das Handeln und die systemimmanenten Struckturen im Kapitalismus als ablehnenswert zu erkennnen, denn was außer Gewalt herrscht hier denn?

  31. Gravatar Icon 31 Notiz 15. Juni 2011 um 22:07 Uhr

    @ ekmek

    Um eine alte weise Frau zu zitieren:

    „Das das Problem besteht vielleicht darin, dass Denken selbst Gewalt ist.“

  32. Gravatar Icon 32 Thiel Schweiger 16. Juni 2011 um 1:03 Uhr

    @ ekmek:

    Bei euch läuft es ja doch immer auf denselben eintönigen Moralismus hinaus, den Marx und Engels doch am Beispiel des Herrn Dührings schon so handfest widerlegt haben. Ich zitiere mal den köstlich zu lesenden und inhaltlich im Kern absolut richtigen Schlusssatz des Kapitels über Dührings „Gewaltstheorie“:

    „Hiernach ist es klar, welche Rolle die Gewalt in der Geschichte gegenüber der ökonomischen Entwicklung spielt. Erstens beruht alle politische |170| Gewalt ursprünglich auf einer ökonomischen, gesellschaftlichen Funktion und steigert sich in dem Maß, wie durch Auflösung der ursprünglichen Gemeinwesen die Gesellschaftsglieder in Privatproduzenten verwandelt, also den Verwaltern der gemeinsam-gesellschaftlichen Funktionen noch mehr entfremdet werden. Zweitens, nachdem sich die politische Gewalt gegenüber der Gesellschaft verselbständigt, aus der Dienerin in die Herrin verwandelt hat, kann sie in zweierlei Richtung wirken. Entweder wirkt sie im Sinn und in der Richtung der gesetzmäßigen ökonomischen Entwicklung. In diesem Fall besteht kein Streit zwischen beiden, die ökonomische Entwicklung wird beschleunigt. Oder aber sie wirkt ihr entgegen, und dann erliegt sie, mit wenigen Ausnahmen, der ökonomischen Entwicklung regelmäßig. Diese wenigen Ausnahmen sind einzelne Fälle von Eroberung, wo die roheren Eroberer die Bevölkerung eines Landes ausrotteten oder vertrieben und die Produktivkräfte, mit denen sie nichts anzufangen wußten, verwüsteten oder verkommen ließen. So die Christen im maurischen Spanien den größten Teil der Berieselungswerke, auf denen der hochentwickelte Acker- und Gartenbau der Mauren beruht hatte. Jede Eroberung durch ein roheres Volk stört selbstredend die ökonomische Entwicklung und vernichtet zahlreiche Produktivkräfte. Aber in der ungeheuren Mehrzahl der Fälle von dauernder Eroberung muß der rohere Eroberer sich der höhern »Wirtschaftslage«, wie sie aus der Eroberung hervorgeht, anpassen; er wird von den Eroberten assimiliert und muß meist sogar ihre Sprache annehmen. Wo aber – abgesehn von Eroberungsfällen – die innere Staatsgewalt eines Landes in Gegensatz tritt zu seiner ökonomischen Entwicklung, wie das bisher auf gewisser Stufe fast für jede politische Gewalt eingetreten ist, da hat der Kampf jedesmal geendigt mit dem Sturz der politischen Gewalt. Ausnahmslos und unerbittlich hat die ökonomische Entwicklung sich Bahn gebrochen – das letzte schlagendste Beispiel davon haben wir schon erwähnt: die große französische Revolution. Hinge, nach Herrn Dührings Lehre, die Wirtschaftslage und mit ihr die ökonomische Verfassung eines bestimmten Landes einfach von der politischen Gewalt ab, so ist gar nicht abzusehn, warum denn es Friedrich Wilhelm IV. nach 1848 nicht gelingen wollte, trotz seines »herrlichen Knegsheeres«, die mittelalterlichen Zünfte und andre romantische Marotten auf die Eisenbahnen, Dampfmaschinen und die sich eben entwickelnde große Industrie seines Landes zu pfropfen; oder warum der Kaiser von Rußland, der doch noch viel gewaltiger ist, nicht nur seine Schulden nicht bezahlen, sondern nicht einmal ohne fortwährendes Anpumpen der »Wirtschaftslage« von Westeuropa seine »Gewalt« zusammenhalten kann.

    |171| Für Herrn Dühring ist die Gewalt das absolut Böse, der erste Gewaltsakt ist ihm der Sündenfall, seine ganze Darstellung ist eine Jammerpredigt über die hiermit vollzogne Ansteckung der ganzen bisherigen Geschichte mit der Erbsünde, über die schmähliche Fälschung aller natürlichen und gesellschaftlichen Gesetze durch diese Teufelsmacht, die Gewalt. Daß die Gewalt aber noch eine andre Rolle in der Geschichte spielt, eine revolutionäre Rolle, daß sie, in Marx‘ Worten, die Geburtshelferin jeder alten Gesellschaft ist, die mit einer neuen schwanger geht |siehe Karl Marx, »Das Kapital«, Bd. I, in: Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Bd. 23, S 779|, daß sie das Werkzeug ist, womit sich die gesellschaftliche Bewegung durchsetzt und erstarrte, abgestorbne politische Formen zerbricht – davon kein Wort bei Herrn Dühring. Nur unter Seufzen und Stöhnen gibt er die Möglichkeit zu, daß zum Sturz der Ausbeutungswirtschaft vielleicht Gewalt nötig sein werde – leider! denn jede Gewaltsanwendung demoralisiere den, der sie anwendet. Und das angesichts des hohen moralischen und geistigen Aufschwungs, der die Folge jeder siegreichen Revolution war! Und das in Deutschland, wo ein gewaltsamer Zusammenstoß, der dem Volk ja aufgenötigt werden kann, wenigstens den Vorteil hätte, die aus der Erniedrigung des Dreißigjährigen Kriegs in das nationale Bewußtsein gedrungne Bedientenhaftigkeit auszutilgen. Und diese matte, saft- und kraftlose Predigerdenkweise macht den Anspruch, sich der revolutionärsten Partei aufzudrängen, die die Geschichte kennt?“

    Der Kapitalismus basiert keineswegs in dem von dir eingeführten platten Sinne auf Gewalt und Gewalt ist auch nicht das Böse schlechthin. Man könnte genauso gut (was jedochletztendlich genauso platt wäre) behaupten, die Herrschaft basiere gerade auf der Einschränkung von Gewalt.

    @ Notiz:

    Ja, ein plattes Denken wie ekmeks ist auf jeden Fall gewaltförmig!

  33. Gravatar Icon 33 neo 16. Juni 2011 um 3:37 Uhr

    Ooooh, Aaaaah. @Thiel, du hast mich gerettet!
    Ich war einerseits verlegen um die eigenen Worte, andererseits zu faul zum formulieren und theoretikergemäß zu arg verfangen in meinem selbstgeschaffenem, elitär/avantgardistischem Dünkel um auf @ekmek zu antworten.
    Du hast richtig getan, du hast es vollbracht, du hast die Zitate rausgesucht. Dank dir dafür!
    Ernsthaft.

    PS: Mein blogsportbezüglichinkompatibles Problem ist ganz einfach, das ich wenn ich einen Artikel geschrieben habe, keine Lust mehr verspüre über dessen Inhalt zu diskutieren. Verschärfend kommt im aktuellen Fall noch dazu das es mir wirklich um James Rolfe und die von ihm repräsentierte Freizeitgesellschaft ging, und nichts anderes! Es mag niemand glauben, aber die Passage mit der rev. Gewalt war nicht als Provokation gedacht.
    @ekmek, @georgie, @tee, solche Hanswürste die das simpelste nicht verstehen, habe ich einfach nicht mitgedacht.

  34. Gravatar Icon 34 tee 16. Juni 2011 um 11:11 Uhr

    XXXKlappe zuXXX

  35. Gravatar Icon 35 neo 16. Juni 2011 um 12:25 Uhr

    @tee
    Wenn du weiterhin nichts inhaltliches beizutragen hast, ist ab jetzt Sendepause für dich.

  36. Gravatar Icon 36 ekmek 16. Juni 2011 um 20:01 Uhr

    Schön, dass sich jetzt so sehr am Nachtrag hochgezogen wurde.

    Zum Hauptteil des Beitrages was du jetzt mit genannten Gruppen tun willst und warum sehe ich nach wie vor nix.

    @Thiel:
    Ich schere mich nicht um die Moral oder darum, dass es „falsch“ sei Gewalt oder Macht für ein bestimmtes Ziel einzusetzen. Ich schere mich um die realen Auswirkungen, der Veränderungen der Menschen die in Gewaltverhältnissen leben. Die Tendenz solcher Verhältnisse dafür zu sorgen den Gegenüber nur noch als Objekt jedoch nicht als Subjekt wahrzunehmen. Darum schere ich mich.

    Nur unter Seufzen und Stöhnen gibt er die Möglichkeit zu, daß zum Sturz der Ausbeutungswirtschaft vielleicht Gewalt nötig sein werde – leider! denn jede Gewaltsanwendung demoralisiere den, der sie anwendet.

    Auch hier wird lediglich auf die Moral verwiesen, die Auswirkungen der Gewaltanwendung werden jedoch mit keinem Wort erwähnt. Grade in den Ereignissen der erwähnten französischen Revolution sehen wir doch, dass es dem Wohlfahrtsausschuss teilweise bereits ausreichte, wenn dem volonté général wiedersprochen wurde, um Todesurteile zu vollstrecken, vom Mob auf der Straße ganz zu schweigen.

    Diese Tendenz sehe ich auch, in anderen Freisetzungen von Gewalt. Auch in Galgen und Standgerichten, welche sich nach Neo’s Aussage eigentlich nur gegen Menschen richten soll, die „handgreiflich“ und „offen kämpferisch“ gegen die Veränderungen angehen.

    Die Tatsache, dass in solchen Verhältnissen auch Leute „ihr Leben verlieren“, die sich lediglich „konterrevolutionär“ äußern, sehen Lyzis, Fräulein Schauprozess und andere sicherlich nicht als Problem an, (oder schätze ich sie da falsch ein?), ich denke jedoch nicht, dass diese Tötungen nur dienlich sind und glaube ebenso wenig, dass sie frei von persönlichen Dünkeln sind. Für mich ein Grund mehr Inhaftierung Exekution vorzuziehen.

  37. Gravatar Icon 37 Thiel Schweiger 16. Juni 2011 um 23:33 Uhr

    @ ekmek:

    Okay, dann habe ich dich wohl missverstanden … also ob jetzt erschießen oder wegsperren der richtige Umgang mit Konterrevolutionären ist will ich wirklich nicht diskutieren. Für irgendwelchen Tugendterror alla 1793/94 tritt hier glaube ich niemand ein (die Leute zu erschießen ist ja wohl auch etwas anderes als sie zu erziehen). Darum gings mir auch nicht.
    So groß sind unsere Differenzen anscheinend auch in den anderen Punkten nicht.

  38. Gravatar Icon 38 earendil 17. Juni 2011 um 15:40 Uhr

    Ihr Heinis solltet den Text wenigstens richtig lesen, bevor ihr hier eure Reflexe und Ressentiments rausblökt.

    Gut, lesen wir nochmal genau nach, wer da diktatorisch erzogen werden soll:

    ein riesiges Millionenheer

    Bänker, Polizistinnen, Werbefachleute, Stadtplanerinnen, Betriebsoziologinnen, Sozialtechniker, Aufseherinnen, Richter, Rechtsanwältinnen, Türsteher, Profisportlerinnen, Entwicklungshelfer, Atomkraftgegnerinnen, Pfaffen, Johannes B. Kerner und Anne Will, Linksradikale und Börsenmakler werden auf der Strasse und auf öffentlichen Plätzen herumstehen, Maulaffen feilhalten und im Gesamten die neue Situation nicht begreifen.

    Klingt jetzt irgendwie nicht nach einer kleinen „Minderheit an Reaktionären“, selbst wenn nur die „schlechteren Fälle“ in den zweifelhaften Genuss dieser Diktatorerziehung kommen. „Minderheit an Reaktionären“ passt eher zu „Islamisten, Nazisschläger, Henkerinnen, Cops, Menschenjäger“, aber die kommen ja gleich an die Laterne und nicht erst ins Erziehungscamp…
    Eine kommunistische Revolution wird auch nicht gegen Islamisten und Nazischläger gemacht, sondern gegen Staat, Kapitalismus und deren bewaffnete Organe, das nur nebenbei.

    Nein, sowas hier:

    Ich glaube es wird die eigentliche Mammutaufgabe der Revolution sein, mit diesen verüberflüssigten Menschenmassen umzugehen, ihnen irgendwie beizubringen das sie nun ganz Herr ihrer eigenen Lebenszeit sind und das sie mit der doch bitteschön etwas sinnvolles anfangen sollen, anstatt die alten Verhältnisse wieder herbeizulamentieren und schlussendlich herbeizuschiessen.

    klingt doch sehr nach einer Minderheit von Revolutionären, die einer Menschnmassen-Mehrheit erstmal Autonomie eintrichtern muss.

    Und, @Thiel, die Gattung Mensch interessiert mich so sehr wie die Gattung Großpinguine. Aber ich bin wahrscheinlich auch „vormoderner Kommunist“. Was auch immer das eigentlich sein soll.

  39. Gravatar Icon 39 Stanislaw Hirschfeld 17. Juni 2011 um 16:17 Uhr

    @ earendil: Vormodern mag ja sein, aber wieso um Himmels Willen Kommunist?

  40. Gravatar Icon 40 neo 17. Juni 2011 um 18:19 Uhr

    @earendill… du dummes Schwein. Merk dir mal das wir hier nicht auf dem Freiraumplenum XY sind und das – wenn du eine ernsthafte Antwort erwartest – vor dem Schreiben der Denkapparat angeschaltet gehört. Auch für dich gilt: Lerne sinnverstehendes Lesen!
    Deine Demagogik und dein engagiert bösartiges „linkeszene“kompatibles Missverstehen kannst du woanders praktizieren.
    Ich kann dir zwar für deine politikantenhafte Niedertracht keins in die Fresse haun, aber ich kann deine Kommentare löschen.

    Noch so ein Ding und du hast in diesem Thread das letzte mal gegrunzt.

    Depp.

  41. Gravatar Icon 41 Thiel Schweiger 17. Juni 2011 um 18:25 Uhr

    „Eine kommunistische Revolution wird auch nicht gegen Islamisten und Nazischläger gemacht, sondern gegen Staat, Kapitalismus und deren bewaffnete Organe, das nur nebenbei.“

    Ich hatte also doch recht mit der Querfront …

    Ne, im Ernst: schau dir doch einfach nur die Geschichte vergangener (Konter-)Revolutionen an.

  42. Gravatar Icon 42 bigmouth 17. Juni 2011 um 22:04 Uhr

    neo, dein kommentar löst im leser tiefste fremdscham aus

  43. Gravatar Icon 43 tee 17. Juni 2011 um 22:18 Uhr

    diese antilinke attitüde hat aber schon immer was gehabt. früher bei aftershow, dann bei wendy … nun bei neo. reiht sich hervorragend ein.

  44. Gravatar Icon 44 earendil 18. Juni 2011 um 1:49 Uhr

    Hab dich auch lieb, Neo. :*

    Thiel, eine Revolution wird gegen die herrschende Klasse geführt, d‘accord? Das sind aber hier und heute weder Nazis noch Islamisten. Darum mag Antifaarbeit ja auch notwendig sein, hat aber mit Revolution mal gar nix zu tun. Gegen was für Kräfte die Revolution später verteidigt werden muss, steht auf einem anderen Blatt und ist im einzelnen nicht vorhersehbar.

  45. Gravatar Icon 45 Thiel Schweiger 18. Juni 2011 um 14:40 Uhr

    Ne, ich würde sogar sagen, dass sich revolutionäre Aktivitäten heutzutage primär gegen eben jene Personengruppen richten müssen. Denn sie wollen nicht nur den Kapitalismus erhalten, sondern sogar schlimmeres errichten.

  46. Gravatar Icon 46 Cuokon 18. Juni 2011 um 15:00 Uhr

    @Thiel: Blödsinn, Nazis sind im Moment vollkommen chancenlos in Bezug auf Machtergreifung (und Islamisten im Westen sowieso). Und Nazis jagen bringt das aktuelle System in keinerlei Schwierigkeiten, wie kann das also heute „revolutionär“ sein? Das heißt ja nicht, dass der Kampf gegen solche Elemente nicht sinnvoll wäre, aber warum muss man das unbedingt mit dem Label „revolutionär“ ettikettieren?

    @earendil: Die Revolution muss gegen Faschisten nicht nur verteidigt werden, in revolutionären Situationen werfen sich Staat, Kapital und „bürgerliche Parteien“ den Faschos an den Hals und unternehmen alles, um die als antilinke Kraft aufzubauen und zu stärken. In so einem Moment wirds selbstverständlich notwendig, faschistische Kräfte niederzukämpfen, um eine Revolution durchführen zu können. Wie du richtig sagst, liegt so eine Situation im Moment aber überhaupt nicht vor.

  47. Gravatar Icon 47 Thiel Schweiger 18. Juni 2011 um 15:58 Uhr

    Hin und her … ich finde es ohnehin verfehlt, die Sache so „Entweder-oder“-mäßig zu diskutieren. Klar ist doch, dass revolutionärer und anti-konterrevolutionärer Kampf eine Einheit bilden und bilden müssen. Daher finde ich das Etikett „revolutionär“ schon berechtigt. Ihr hingegen reißt diesen Zusammenhang auseinander.

    Zur Einschätzung der augenblicklichen Lage: man sollte die Gefahr, die von konterrevolutionären Elementen ausgeht (ah, es schon ein geiles Gefühl, in solchem Jargon zu sprechen ^^) auch nicht unterschätzen und kleinreden. Ich behaupte ja nicht, dass diese Leute kurz vor der Machtergreifung stehen. Aber jedenfalls sabotieren, verhindern und lähmen sie emanzipatorische Praxis.

  48. Gravatar Icon 48 neo 18. Juni 2011 um 18:06 Uhr

    Der Witz ist das in dem Text nirgends behauptet wird das die Revolution jetzt gegen Nazis und Islamisten erkämpft werden muss.
    Ihr rabarbert hier über Schimären die der illiterate Nixversteher @earendill lediglich in die Welt gesetzt hat, um den Text als Ganzes anhand von Punkten zu diskreditieren, die überhaupt nicht drin stehen.

    So eine unsinnige und völlig ahistorische Diskussion ob die Revolution gegen handgreifliche Nazis, Islamisten, Cops und Menschenjäger (und das ist u.A. auch die genaue Aufzählung derer über die eine räumlich begrenzte Erziehungsdiktatur errichtet werden soll) erkämpft werden muss, ist mir sowas von zu dumm. Basics, die Leute wie @earendill nur deswegen nicht begreifen wollen, weil sie eben dumme Konterrevolutionäre sind, brauche ich nicht noch ellenlang erklären. Solche Leute treibt eben alles andere um, als die ernsthafte Sorge um die Verwirklichung des Communismus. Simples kleinbürgerliches Renegaten-und Arschlochtum, das – sobald die Zeit da ist und wir die adäquaten Mittel gefunden haben – zurück ins Feindeslager getrieben und bekämpft gehört.

    Manchmal lohnt es sich eben doch die Klassiker des ML zu kennen, um zu wissen das, das alles schon mal da war und um vernünftige Schlüsse daraus ziehen zu können.

  49. Gravatar Icon 49 neo 18. Juni 2011 um 18:12 Uhr

    Und nochmal: Falls du @earendill hier nochmal frech wirst, werde ich dein Kommentar sofort löschen. Von Plenumsschwätzern wie dir halte ich mich im RL zugunsten meiner relativen Seelenruhe fern. Da muss ich mir die Sülze auch nicht online reintun.
    Wenn du Jammern und deine Diskurspropaganda verbreiten willst, dann schreibe einen Artikel auf deinem eigenen Blog wie @tee. Dann werde ich das nicht lesen, du kannst dort mit deinen Blogsportfreunden weiter in Ruhe Ressentiments verbreiten und allen ist gedient.
    Hier aber nicht Freundchen.

  50. Gravatar Icon 50 tee 18. Juni 2011 um 23:04 Uhr

    Aber jedenfalls sabotieren, verhindern und lähmen sie emanzipatorische Praxis.
    ja, weil potenzielle revolutionäre antifaschismus betreiben. hat cuokon schon ganz recht.

  51. Gravatar Icon 51 tee 18. Juni 2011 um 23:12 Uhr

    hm, das blockquote mag nicht. na will leo sicher eh löschen.

    neo demontiert sich selbst schon am besten, kann ich auch in ruhe woanders „ressentiments verbreiten“

    =))

  52. Gravatar Icon 52 tee 18. Juni 2011 um 23:15 Uhr

    oh, neo glatt mit leo verschrieben. also wie das nur passieren konnte ….

  53. Gravatar Icon 53 neo 19. Juni 2011 um 6:07 Uhr

    Spitzengag.

  54. Gravatar Icon 54 Oxnard Montalvo 28. Juni 2011 um 0:03 Uhr

    „In den schlechteren Fällen werden sie sich zusammenrotten und gegen die Vernunft aufbegehren.“

    Genau das ist die Problematik, der man sich endlich stellen muss. Das aufbegehren gegen die Vernunft ist notwendig. Was die Diktatur der Vernunft angeht, war der Kommunismus dem Kapitalismus immer unterlegen. Wer sich gegen die Vernunft, gegen den „großen Marsch nach vorn“ (Kundera) auflehnt, der wird ausgemerzt (und diese eliminatorische Lust hast Du ja bereits sehr schön umrissen). Jeder der „unvernünftig“ handelt, muss vom Kollektiv beseitigt werden. Dem Kapitalismus muss man zugute halten, dass er es aushält, dass manche Menschen manchmal wissen, was richtig ist und doch das falsche tun. Ich kann unvernünftig handeln und werde mich damit vielleicht selbst zugrunde richten. Doch ich bin keinem Kollektiv verpflichtet und muss nicht helfen, einen Plan zu verwirklichen, der größer ist als ich. Eine Spur dieses Gedankens findet sich in der grassierenden Rauchverbots-Hysterie. Jeder, der sich eine Zigarette anzündet, weiß, dass es unvernünftig ist, dass es ihm selbst und der Allgemeinheit schadet. Jede Zigarette ist ein Schlag ins Gesicht der Vernunft, versichert mir aber, dass ich weder einem zur Solidarität gezwungenem Kollektiv noch dem gesunden Volkskörper gehöre.

    Deshalb: Solange die persönliche Rebellion gegen die Vernunft in Deiner Vision nicht eingeplant ist und du gleichzeitig schon davon träumst, Lager für jene zu errichten, die sie trotzdem wagen, kannst Du Deine Revolution alleine machen!

    Aber worum es hier wirklich geht, hat Herr Schweiger ja schon schön zusammengefasst: „[…](ah, es schon ein geiles Gefühl, in solchem Jargon zu sprechen ^^)[…]“

  55. Gravatar Icon 55 neo 28. Juni 2011 um 8:37 Uhr

    @Oxnard
    Das ist doch mal eine ernsthafte Frage auf die es sich lohnt einzugehen. Ich muss mir Mühe geben und brauche ein bisschen Zeit, deswegen kommt meine Antwort erst heute abend.

    Versprochen.

  56. Gravatar Icon 56 neo 29. Juni 2011 um 12:44 Uhr

    @Oxnard
    Es wirkt langweilig und abgeschmackt immer nur zu sagen: Du hast meinen Text nicht verstanden, du hast die dahinter stehende Theorie ebenfalls nicht verstanden bzw. Marx nicht gelesen, du bist kein Communist (und um das ein für allemal aufzuklären: Communismus mit „C“ ist – neben vielen anderen aufzuführenden progressiven Argumenten dafür – die „orthodoxeste“, will in meinem Fall u.A. bedeuten: Prinzipienfesteste Schreibweise! H. Heine, einer der besten revolutionären Literaten die D. je hervorgebracht hat verwendete das C, Marx schrieb Socialismus anfänglich mit C.), kein materialistisch Denkender etc. Allerdings scheint mir das in deinem Fall zum hundertsten Mal auf diesem Blog doch angebracht.
    Du glaubst doch nicht ernsthaft das Communisten sich nach der Revolution darum zu scheren haben ob jemand raucht oder nicht raucht, ob er betet, mit wem er fickt, heiratet und seine Frau verkloppt? Der Begriff der (menschlichen-)“Vernunft“, meint an dieser Stelle lediglich die planmässig und kollektiv organiserte Produktion und Konsumption aller zum Leben notwendigen Gebrauchswerte. Mit „Vernunft“, meine ich die Produktionsweise der zu sich selbst gekommenen Menschheit, den Communismus.
    Dagegen werden viele Menschen aus den angedeuteten Gründen rebellieren ---> Weil sie nicht begreifen wollen das man auch ohne die Vermittlung des Geldes leben, arbeiten und konsumieren kann, weil sie es für ihre heilige Mission halten gegen die gottlose Revolution loszuziehen, weil sie an ihren tradierten Privilegien hängen, weil sie sich aus ihrer Identifikation mit dem gesellschaftlichen ÜberIch nach dauerpräsenter Polizei und omnipotenter Staatsgewalt zurücksehnen, weil sie Sadisten sind die ihr Bedürfnis nicht zivilisiert sublimieren und stattdessen ihre Nachbarn zur hilflosen Kanalisation als Blogwart belästigen müssen, weil sie authoritäre Charaktere sind die sich den Knüppel für andere wünschen und selbst den Arsch nicht ohne permanente Tritte hochkriegen, weil sie sich etwas auf ihren Titel aus alten Zeiten einbilden und nicht begreifen das die zu sich selbst gekommene „working class für sich“, im Communismus alle Handgriffe selbst organisieren kann, etc. pp. usw. blabla.
    Gegen diese Leute muss der Communismus erkämpft werden. Über diese Leute muss – während einer möglichst kurzen Vorlaufphase (so called Socialismus oder auch Kriegscommunismus) – eine „Erziehungsdiktatur“ errichtet werden. Es geht nicht um Rauchverbot oder gesunde Lebensführung, es geht darum die religiösen Arschlöcher, authoritären Charaktere, Faschisten und verblendeten Mitläufer – die, die alte (und noch ältere) Welt schließlich zuvor mit Zähnen, Klauen, Panzern und Raketen verteidigt haben – davon abzuhalten, die Menschheit erneut unter die Knute der autoreferentiellen Kapitalakkumulation zu zwingen.

    Soweit zu dir. Es ist immer schwer solche komplexen Zusammenhänge in Kommentarspalten zu erläutern. Asche auf mein Haupt – ich bin kein guter Didakt. Ausserdem ist die „Bildung“ des Publikums so unbrauchbar, die Verdinglichungen der Staatsbürgersubjekte so komplett, das frei flottierende Ressentiment so heimtückisch, das Gerede eine einzige Manifestation des herschenden (linken)Vorbewusstseins… da ist es schwer zu diskutieren. Deprimierend.

  57. Gravatar Icon 57 tee 01. Juli 2011 um 23:22 Uhr

    neben vielen anderen aufzuführenden progressiven Argumenten dafür

    zum beispiel? oder besser: mach mal ’nen beitrag dazu!

  58. Gravatar Icon 58 neo 03. Juli 2011 um 13:45 Uhr

    „Väterchen Administrator 01. Juli 2011 um 14:14 Uhr

    @Hirschfeld:

    1. Ich will hier nicht Wertmüllers ideologiekritisch-antideutsche Ehre retten, der Mann redet oft niederträchtigen, dummen, falschen Kram (ich werfe ihm nicht „Philosemitismus“ oder „Islamophobie“ oder Rassismus oder Volksfeindlichkeit, oder was auch sonst immer seine innerlinks-commünistischen Gegner/Genossen in Anschlag gegen ihn bringen, sondern schlicht Schändung des Geistes vor), aber so doof wie der volksbewegte Alpenbruhn Grigat, der eben genau einer jener situationistisch-linksradikalen Elendsgestalten ist, die Wertmüller ja andauernd so treffend beschreibt, ist dieser bei weitem nicht. Grigat ist personifiziertes Nichthirn, Anti-Denken, libertäre Parolen dreschender, akademisch-adornitischer Sozialdemokratismus at its worst, so dass ja selbst die Bahamas, zumindest Wertmüller, sich von seiner Aufklärer-Scheiße distanziert. Wertmüller hat den Fort-Schritt vom Aufklärer und Kritiker hin zum hassenden Verächter der übelsten „Pöbelbarbarei“ (Hegel) – verglichen mit dem restlichen AD-Szene-Gesindel – schon relativ weit vollzogen, wenn er wohl auch (trotz gegenteiliger Behauptung von Bruhn, der ihn einen „Adorno-Stalinisten“ nennt) niemals bei Vernunft und Stalinismus ankommen wird. Aber als Söldner und Panzerfahrer gegen die gröbsten Enthirnungsauswüchse linksemanzipativer Idealisten verheizt er sich, seinem bescheidenen Niveau gemäß natürlich bloß, recht ordentlich. (Oder, wie mir ein ex-antideutscher Jüngling mal völlig ernst erzählte: „Der Wertmüller ist zu konsequent.“ Wertmüller also: der Sprengstoff gegen die szene-interne Moral der Konsequenzlosigkeit.)

    2. Natürlich geht es um den BEGRIFF des Kommunismus. Und genau der wird ad acta gelegt, ja REVIDIERT, wenn man ihn auf einmal nur noch in der C-Schreibweise gelten lassen will. (Neos „Argument“, Marx habe „Socialismus“ mit c geschrieben, weswegen er, neo, 150 Jahre später nun das Wort Kommunismus mit C schreiben müsse, ist natürlich Irrsinn, das dürfte ihm vielleicht selber mal auffallen). Mit der neocommünistischen Schreibweise entsorgt man nahezu den kompletten Begriffs-UMFANG, nur ein paar kleine romantische Fragmentchen, die niemanden angreifen, bleiben vom historischen Projekt Kommunismus dabei noch übrig, so kann wunderbar alles, was dem Idealisten- und Anarcho-Hirn an Notwendigkeiten und Widersprüchen nicht passt, zurechtgebogen werden, ohne sich mit der Wirklichkeit befassen zu müssen.

    Schrieben sie wenigstens wie zur Zeit Goethens! Welch schaurige Wohlthat würde meinen Leib durchziehen! Aber neocommünistInnen wie neo und seinem Frankfurter Commünistenracket geht es bei ihrer angeblich nur kosmetischen Abänderung natürlich um Opportunismus: Die Vorsilbe „neo“ und die im c immer mitschwingende Verherrlichung und Idealisierung von Commune und Rätekommunismus soll Anschlussmöglichkeiten an die Ditfurth-Deppen und Emanzipationsdiskussions-Grüppchen sicherstellen. Abschaum gesellt sich nunmal gern zu Abschaum – die (Neo-)Commünisten wissen also schon, was sie da tun.

    Sie gesellen sich, um die Waldbrand-Metapher nochmal aufzugreifen, zu den Wasserpistolen-Spinnern am Rande des Waldbrandes, während sie gemeinsam, mit verschränkten Armen, die Brandschutzexperten (aka. Stalinisten) dafür verurteilen, dass sie hingehen und die nebenstehenden Bäume kontrolliert anzünden, um den Flammen Herr zu werden. (In Wahrheit ist es natürlich noch viel schlimmer: Die Commünisten/ linken Antistalinisten sitzen lediglich zuhause in ihrem Romantikerstübchen vorm Bildschirm, gucken sich den Brand von weitem an und kritisieren selbst noch die Wasserpistolen als zu autoritär; selber hoffen sie, messianistisch verblödet, naiv darauf, dass ein riesiger Wolkenbruch von Gott gesandt werde und sich alles von selbst und ohne Gewalt ergebe, wenn man nur genügend Adorno-, Kurz- oder GSP-Sätze auswendig aufsagen kann. Den zuverlässigen Wetterbericht, der besagt, dass es auch die nächsten Tage wolkenlos, heiss und trocken bleibt, ignorieren sie dabei geflissentlich.)“

    Da werde ich mal drauf antworten, sobald ich vom Essen zurück bin. Das mach ich hier, damit der Kerl mich nicht wieder löscht. Zu frustig.

  1. 1 Satire zum Montag « tee Pingback am 13. Juni 2011 um 13:46 Uhr

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