Archiv für Oktober 2011

Ein Lied mit dem Titel „Simone de Beauvoir“

Bin heute auf der – erfolglosen – Suche nach einem guten youtube-Clip, in dem Simone de Beauvoir life zu sehen und hören ist, auf dieses recht lustige und durchaus auch eine Spur Wahrheit enthaltende Lied über Sexualität unter Intellektuellen im postfeministischen Zeitalter gestoßen. Viel Spaß beim Hören:

Am 10.11. findet übrigens ein Vortrag von Roswitha Scholz zu dem Thema „Simone de Beauvoir heute“ im IVI statt (Link).

Drei Vorträge zur Dialektik von Existenzphilosophie und westlichem Marxismus // Noch ein kleiner Veranstaltungshinweis

Die translib veranstaltet „Drei Vorträge zur Dialektik von Existenzphilosophie und westlichem Marixmus“ – mit Roswitha Scholz, Christoph Zwi und Magnus Klaue. Link

Die Empörten („occupy Frankfurt“)

Zugegeben: Mit einer USA Fahne und einem Schild auf dem „Ihr seid doch nur neidisch“ geschrieben steht (Rückseite: „lest Marx, lest Hegel“) auf die „occupy Frankfurt“-Demo zu gehen, war nicht die beste taktische Entscheidung die ich in letzter Zeit getroffen habe. Als wir uns den Spaß wenige Stunden zuvor auf einer Party ausgedacht haben, war ich mir eigentlich sicher das es nicht ganz so schlimm werden würde. Im Gegenteil: Wir hegten eher die Befürchtung das die Fahne nicht als Counterstatement gegen den antisemitischen und antiamerikanischen Teil des besinnungslosen Protestierpöbels wahrgenommen wird und die meisten denken würden wir wären lediglich solidarische New York-Okkupanten. Fail. Während der Abschlußkundgebung flogen die Fäuste und jetzt ist die Fahne kaputt und mein Handgelenk geschwollen. Eine Anzeige gegen die antisemitischen Schläger (u.A. „lutscht weiter israelische Schwänze“) wäre sinnvoll, leider bin ich kein guter Zeuge. Erstens war ich total betrunken und zweitens vollauf mit der Verteidigung der erst drei Stunden zuvor erstandenen Fahne beschäftigt.
Offensichtlich waren nicht alle Protestierenden solche dummen Arschlöcher wie die handgreiflich Empörten. Eine ältere Dame hat mir meine im Handgemenge verlorene Brille hinterher getragen. Mehrere Personen haben sich stellvertretend für ihre gewalttätigen Mitdemonstranten entschuldigt. Irgendwer hat uns sogar eine neue Fahnenstange geschenkt und mich aufgefordert nicht klein bei zu geben. Immerhin.
Von der Demo selbst habe ich nicht viel mitbekommen. Meistens war ich damit beschäftigt gegen irgendwelche verrückt gewordenen Menschen anzuschreien. Neben den obligatorischen Menschheitsbeglückern von DKP, Attac und Friedenskirche, hatten sich wohl auch einige nichteinschlägige Bürger eingereiht. Diesen Umstand konnte man deutlich an den klügeren, oder wahlweise noch dümmeren Statements als es normal üblich ist ablesen. Ungenierter Rassismus und manifester Antisemitismus hier, die erfreuliche Einsicht das eine Demonstration gegen die Charaktermasken der Finanzbranche, für die notwendige Emanzipation der Menschheit über die Zwänge der selbstreferentiellen Kapitalakkumulation untauglich ist dort.
Ich halte es durchaus nicht für völlig sinnfrei, den weniger verbohrten unter den „Empörten“, mit einem Flugblatt auf die Pelle zu rücken. Das Kapitalverhältnis ist ein Verhältnis, in dem sich die grundlegenden Mechanismen die das Leben von uns allen beherrschen, hinter dem Rücken der Akteurinnen und Akteure vollziehen. Das die Hirne eben dieser in vielerlei Hinsicht Hintergangenen, zwangsläufig diverse religiöse Mucken und barbarische Lösungsvorschläge für reale und eingebildete Menschheitsprobleme ausbrüten, braucht niemanden zu wundern. Das Kapitalverhältnis ist ein kompliziertes und gehört transzendiert. Ich bin nicht so naiv zu glauben man könne relevante Teile dieser Bewegung aufklären, oder auch nur verunsichern. Aber wer sich nicht damit abfinden möchte, das weiterhin nur die IDF die letzte line of defence gegen die finale Exekution des fetischistischen Furors der sich selbsttätig zu bloßen Staatsbürgersubjekten degradierenden Individuen darstellt, kann nichts anderes tun als weiterhin zu reden, zu schreiben, zu protestieren, d.h. Aufklärung wieder den heruntergekommen (End-)Zeitgeist zu betreiben.
Ich sehe mich aktuell außerstande ein Flugblatt zum Thema Finanzkrise und Gegenprotest zu fabrizieren, aber wenn jemand einen tauglichen Textvorschlag hat, wäre ich bei einer eventuellen Verteilaktion beim nächsten Happening vor den Bankentürmen dabei.
----------------------------------------------------------------------------------------------
Wer ist eigentlich dieser Kerl, was soll das mit dem Bild und was für einen verwirrten Kram erzählt er da in die Kamera?:

Schön wäre es ja, allerdings befürchte ich das der gestandene Antisemit Henry Ford diese Formulierung nicht im universell menschenfreundlichen Sinne getätigt hat, sondern mit dem „Geldystem“ eher die in seinen Augen wegzurevolutionierenden Juden meinte:

Selbstzweifel?:

Keine Selbstzweifel, aber ein Beleg von vielen, für den in deutschen Landen omnipotenten Staatsfetisch:

Neben der gruseligen „truther-Bewegung“ und den verschwörungstheoretischen Spinnern der „Zeitgeist Movement“, gab es noch etwas harmlosere Kuriositäten zu bewundern. Die „Einstein-Partei“:

Was sind das eigentlich immer für kannibalistische Wünsche? Dr. Freud übernehmen sie:

Nicht ganz unzutreffend:

Ein Gedicht des antifranzösischen Dichters Theodor Körners:

„Blut muss fliessen knüppelhageldick…“:

Heftigeres gab es wohl in Berlin zu sehen.

Was stimmt an diesem Satz nicht?

Das Thema „Burnout“ scheint derzeit in den Medien ziemlich angesagt zu sein. Neulich habe ich mir dazu eine recht unterhaltsame wie aufschlussreiche Ausgabe von Anne Will angeschaut. Das können sich natürlich auch die „Trendsetter“ von der web.de-Redaktion nicht entgehen lassen. In dem Artikel „Häufige Tränen weisen auf Burnout hin“ heißt es u.a., passend zum Titel:

Kollegen sollten aufmerksam werden, wenn ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz immer öfter in Tränen ausbreche, rät die Arbeitspsychologin Susanne Roscher in der Zeitschrift „der freie Beruf“.

Gut – zunächst mal muss man wohl keine Arbeitspsychologin sein, um bei einem solchen Verhalten zu merken, dass der Kollege ein Problem hat. Doch impliziert dieser Satz nicht, dass es völlig normal ist, ab und an mal auf der Arbeit in Tränen auszubrechen? Ist es ein Problem, wenn das jeden Tag geschieht oder erst, wenn der Kollege den ganzen Tag heult? OMG.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: