Ein lyrischer Beitrag zum Kampf um das IVI

Die Texte von Thiel Schweiger und anderen haben mich dazu bewegt, diese Ode zu schreiben. Möge sie der Bewegung zur Erbauung dienen! Lasst uns für das IVI kämpfen!

Das IVI bei Nacht. Aus den Fenstern leuchtet das Licht sehr hell.

Ode an das IVI

Es nennt sich Institut
und ist auch eins,
vielleicht viel mehr noch als die andern „Institute“
(auch die in naher Nachbarschaft),
zumindest ist und bleibt es meins
- unseres, wie ich vermute.

„Wir“, ein Haufen Gruppen, Lesekreise,
Einzelpersonen, Junge, Weise,
Weise, die es gerne wären
- alle, die hier hingehör‘n,
woanders das Stadtbild doch nur stör‘n,
hier, zugegeben, nicht aufhör‘n
zu nerven und zu provozier‘n,
manchmal sich selbst,
manchmal die Nachbarn,
besonders in der Nacht,
manchmal auch die Macht.

Ja, die Leute hier sind schon ein Haufen,
doch exzellenter als jeder Cluster,
man kann mit ihnen herrlich günstig saufen
und frönen auch so manchem andern Laster.

Hier finden bessere Konzerte und Vorträge statt,
von den legendären Partys ganz zu schweigen,
als irgendwo sonst in dieser trostlosen Stadt
- und jetzt will irgendein dahergelaufener Idiot
diese Oase ersteigern?!

Wir haben es aufgebaut,
die Kisten geschleppt,
die Bücher sortiert,
die Wände gestrichen,
die Vokü serviert:
Jetzt will man uns enteignen?!
Drum rufen wir gemeinsam laut:
„Finger weg, ihr Schweine!
Das IVI muss uns bleiben!“
Und einen Finger zeigen wir,
welchen, das verschweig ich hier.

Wenn die Kronkorken zischen,
leere Flaschen sich zu ihren Genossen gesell‘n,
die als Aschenbecher schon überquell‘n
auf den verdreckten Tischen,
werden Gespräche wie nirgends sonst geführt,
dabei zahlreiche relevante Punkte berührt
(ja – relevant sind wir,
labern tut nur ihr):

Erstens ist den Antisemiten auf’s Maul zu hau‘n immer wieder,
das macht Israel, das machen wir,
davon erklingen uns‘re Lieder
Träumes voll
- auf nem Merkava durch die Wüste pflügend nur mit Dir.

Zum zweiten, dass die Ausbeutung aufhör‘n muss,
das muss man sagen,
alles andre ist Stuss
- Kapital, Patriarchat, Heterosexismus anklagen
(das sind die restlichen Punkte,
es gibt ihrer sicher noch mehr,
doch zum Punkt komme ich sonst nicht mehr)
für Freiheit, Leben, Überfluss!
(Ja – niemand ist so überflüssig
und so notwendig wir wir,
eures Treibens sind wir überdrüssig
- zumindest ich bin’s,
darum schreib ich hier.)

Endlich ist die Nacht vorüber,
ich wach verkatert auf dem Sofa auf,
mir geht’s nicht gut, und doch wär‘ es mir lieber
das IVI blieb, sonst könnt‘ man Frankfurt gleich vergessen,
ich hoff‘ doch, dieser Aufruf ist nicht allzu sehr vermessen,
und auch nicht allzu schlecht gedichtet
(ich hab‘ das Augenmerk auf den Gehalt gerichtet),
und so geb‘ ich, vorläufig verlassend dieses Haus
(nehmt’s mir nicht übel,
mir ist schlichtweg speiübel
- morgen Abend bin ich ja wieder am Start)
zum Abschluss die klare unpoetische Parole aus,
ich hoff‘, ich bin nicht allzu zart:

Das IVI muss bleiben,
sonst werden wir’s euch zeigen!
Für das IVI in den Kampf,
macht den Bonzen Dampf!


3 Antworten auf “Ein lyrischer Beitrag zum Kampf um das IVI”


  1. Gravatar Icon 1 Luke Hatsch 25. Februar 2012 um 23:31 Uhr

    starke lyrik! ivi bleibt.

  2. Gravatar Icon 2 Distelkranz 05. März 2012 um 14:01 Uhr

    Danke!
    Mit Sicherheit!

    Demnächst gibt es das Gedicht auch in der ganzen Stadt als Flyer.

    Haltet die Augen offen!

    Pjotr

  1. 1 Ode an das IvI – optisch « La vache qui rit. Pingback am 31. März 2012 um 22:43 Uhr

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