Archiv für Juni 2012

Eine Lesung noch!

Radio, Live Transmission
Cancer isn‘t a disease

7.7. // 14 Uhr // IvI-Bib im 1. Stock
More information: IvI-Sommerfest

Come and

dance, dance, dance, dance, dance

Heidegger goes Punk

Nicht nur auf Nietzsche kann man abgehen:

Irgendwie passt es. ;-)
Geht es dem Punkt nicht darum, der universellen Uneigentlichkeit der Gesellschaft zu entkommen und ein eigentliches Leben jenseits allen Konventionen, sozusagen „auf der Lichtung des Seins“, ins Nichts gestellt, zu führen?
Naja, ob sich Heidegger angesichts einer solchen Bezugnahme im Grab umgräbt oder nicht ist wohl ebenso unklar wie die Frage, ob er in der Hölle oder im Philosophenhimmel schmachtet. Wenn letzteres der Fall ist, denke ich, dass er sich mit den griechischen Philosophen ziemlich zerstritten hat, weil die mit seinen „eigentlichen“ Übersetzungen nicht so ganz klar kommen und er ihnen permanent Verrat ihrer eigenen Einsichten vorwirft.
(Aber ach was: im Philosophenhimmel sind ohnehin alle Hegelianer – geworden.)

(Mit herzlichem Dank für den Hinweis an D. :-) )

Nietzsche über den Tanz

Ich bin mal wieder auf einen sehr schönen und geistreichen kleinen Aphorismus von Friedrich Nietzsche gestoßen. Er enthält nicht nur eine sehr klare Einsicht in den bis heute denke ich unveränderten Stand des Geistes, sondern auch eine sehr gute Explikation von Nietzsches Tanz-Begriff:

Gleichnis vom Tanz. — Jetzt ist es als das entscheidende Zeichen großer Kultur zu betrachten, wenn Jemand jene Kraft und Biegsamkeit besitzt, um ebenso rein und streng im Erkennen zu sein als, in andern Momenten, auch befähigt, der Poesie, Religion und Metaphysik gleichsam hundert Schritte vorzugeben und ihre Gewalt und Schönheit nachzuempfinden. Eine solche Stellung zwischen zwei so verschiedenen Ansprüchen ist sehr schwierig, denn die Wissenschaft drängt zur absoluten Herrschaft ihrer Methode, und wird diesem Drängen nicht nachgegeben, so entsteht die andere Gefahr eines schwächlichen Auf- und Niederschwankens zwischen verschiedenen Antrieben. Indessen: um wenigstens mit einem Gleichniss einen Blick auf die Lösung dieser Schwierigkeit zu eröffnen, möge man sich doch daran erinnern, dass der Tanz nicht das Selbe wie ein mattes Hin- und Hertaumeln zwischen verschiedenen Antrieben ist. Die hohe Kultur wird einem kühnen Tanze ähnlich sehen: weshalb, wie gesagt, viel Kraft und Geschmeidigkeit not tut.

(aus: Menschliches, Allzumenschliches)

Und natürlich bietet sich dieser Aphorismus auch an als gute Gelegenheit, noch einmal einen kleinen Hinweis auf die Tagung „Kunst – Erkenntnis – Problem. Möglichkeiten emanzipatorischer Kunst heute“ zu streuen, die vom 22.-24. Juni im IvI stattfinden wird. (Link)

In diesem Sinne: Tanzt, tanzt, tanzt! :-)

Ihr sollt mich kennenlernen!

Mit zwei Mit-bestreiter_innen ich diesen Samstag-Abend eine Lyriklesung. Titel: „Perspektivisches Denken & Dichten mit Marx“. Beginn: 21 Uhr. Im IvI-Saal.
Weitere Details? „Einen Finger zeigen wir …“
Jedenfalls viel bisher unveröffentlichtes Material von mir!

Achja, das ganze natürlich im Rahmen der supergenialen Kunsttagung „Kunst – Erkenntnis – Problem. Möglichkeiten emanzipatorischer Kunst heute“ vom 22.-24 Juni im IvI (Link).

Das IvI geht in die Offensive

Unter dem Titel „Die Irrelevanz muss relevant bleiben!“ erklären zahlreiche Künstler_innen und Wissenschaftler_innen ihre Solidarität mit dem IvI. Mittlerweile (Stand: 5.6.) gibt es 82 Unterschriften, darunter zahlreiche Professoren wie Axel Honneth und Alex Demirovic. Die Petition kann hier eingesehen werden. Daneben rührt sich auch in der Stadtpolitik was (Link). Vielleicht bleibt das IvI ja tatsächlich? Der Kampf geht jedenfalls weiter und braucht weitere Unterstützung!

Mit Verspätung

Dem Gespenst von Jacques Derrida und der Philosophie.

Frühfrühling

Hinter Deinen Augen und
hinter ihren Gläsern
erkenn‘ ich da nicht
mit apodiktischer Evidenz, dass
ich am Wettkampf um
die größten Brillen mit den dicksten Gläsern nicht
teilnehmen muss, dass
mir Arme gegeben sind zum
verschmitzten Verschnaufen
und, eh ich‘s vergesse,
den treuen Bleistift
als Bruder
hab‘ ich ja auch?

Und hinter den Gläsern
grünt das Grün ja auch,
wie es heißt,
es ist so scheu, und
hinter den Gläsern seh
ich auch das
um tiefes Schwarz gehüllte
Blau.

Und dann hat man die Wahl: mal
die Zeichen mit abwaschbaren Farben als
Beute des kommenden Regens, oder
ritz sie mit scharfer Klinge ein, dann
sieht man sie nicht und
täusche dich nicht ob
der Schärfe der Klinge, denn
ist sie sehr scharf, blickt
man irgendwann nicht mehr durch,
so vollgekratzt sind die Scheiben, denn
man erkennt ja nicht,
was man zuvor noch schrieb.
Doch das kümmert jetzt nicht:
wenn sich die Gläser scheu aneinanderreiben,
womöglich zerspringen,
beginnt da der Frühling
endlich?
Blendete nicht das grelle Licht?
Tränten nicht die übernächtigten
Pupillen, schattenumsäumt?
Trocknete sie da nicht die
sich verwechselseitigende Wärme in
uns?

Und die stählernen Bügel verbögen sich dann zu
Orakelzeichen, bewährungsgeprüft.




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