Archiv der Kategorie 'Globales Denken'

Irische Verhältnisse

Im Zeitalter des objektiven Verfalls des religiösen Wortes zur bloßen kulturindustriellen Floskel weiß sich diese anscheinend nur mehr auf die Kraft der nackten gewaltbewährten Sanktion zu stützen. (Dies um zu demonstrieren, dass ich gerade mal wieder etwas von Adorno lese.) So in Irland, wo ein neues Gesetz jedwede „Blasphemie“ mit einer saftigen Geldstrafe von 25.000 € belegt. Auf no218fundis.wordpress.com heißt es dazu:

Seit dem 1.Januar dieses Jahres kann in Irland jede_r die_der „Material veröffentlicht, das stark beleidigend ist gegenüber Glaubenssätzen, die von jeder Religion heilig gehalten werden“, mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro belegt werden.

Allerdings scheint mir der englische Wortlaut, wenn mich meine Sprachkenntnisse nicht trügen, verfehlt zu sein. Auf der irischen Seite der Gegner dieses neuen Gesetzes heißt es:

From today, 1 January 2010, the new Irish blasphemy law becomes operational, and we begin our campaign to have it repealed. Blasphemy is now a crime punishable by a €25,000 fine. The new law defines blasphemy as publishing or uttering matter that is grossly abusive or insulting in relation to matters held sacred by any religion, thereby intentionally causing outrage among a substantial number of adherents of that religion, with some defences permitted.

Es geht also anscheinend nicht um religiöse Inhalte, die jede Religion heiligt (welche sollen das auch sein, die Religionen unterscheiden sich schließlich erheblich voneinander), sondern um religiöse Inhalte jedweder Religion. An sich wäre es damit auch eine „Lästerung“ des antiken Götterglaubens verboten. Man müsste glatt eine Website starten, in der der griechische Polytheismus „gelästert“ wird, und diese dann anzeigen, um die Lächerlichkeit dieses Gesetzes bloßzustellen.

Über die Hintergründe dieses Gesetzes, die wohl insbesondere in der spezifik des irischen katholischen Nationalismus zu suchen sind, informiert auch ein lesenswerter taz-Artikel. Dabei wird zum Schluss auch auf Reaktionen auf dieses Gesetz verwiesen, die eindeutig aufzeigen, in welchem globalen Kontext diese neuen Maßnahmen zu verorten sind:

Applaus gab es lediglich von der Organisation der Islamischen Konferenz, der 57 Länder angehören. Sie versucht, in Anlehnung an das irische Gesetz Gotteslästerung international von den Vereinten Nationen unter Strafe stellen zu lassen. „Es ist beschämend, dass Irland für Staaten wie Pakistan in dieser Hinsicht nun als Vorbild gilt“, sagt Nugent.

Auf die Spitze getrieben wird diese Auffassung von Religionsfreiheit von Gläubigen in den USA:


NOM Gathering StormMore amazing video clips are a click away

Mit dieser Tendenz ist also nicht nur eine erhebliche Gefahr für die Meinungsfreiheit, sondern für die Freiheit der gesamten Gesellschaft verbunden.

Über Österreich

„Österreicher werden ja häufig als Schluchtenscheißer bezeichnet.“ „Ja, wir Deutschen haben ja auch den Rhein zum reinscheißen.“

Dialog aus Calau.

Eigentlich fehlt mir jegliche Legitimation über Österreich zu schreiben. Ich kenne dieses Land nur von der Durchreise, vom Hörensagen und aus Büchern. Ich hatte einmal ein romantisches Trauma an der deutsch-österreichischen Grenze nahe Obersdorf.1 Aber auf dem Blog „Wider die Totalverblödung“ habe ich ein Video gefunden, dass einfach zu geil ist. Es hätte auch genauso gut in Berlin gedreht werden können und gibt einen passenden Eindruck vom Stand des derzeitigen Alltagsbewusstseins:

Der passende Song dazu:

Auch die politische Prominenz ist bei österreichischen Szenepartys am Start:

Österreich – Heimat der Emanzipation.

In Wahrheit gibt es jedoch nur einen Österreicher, der mein Blut zum Kochen bringt:

Und ja – natürlich plädiere ich dafür, nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich abzuschaffen. Ungarn muss zur Isar reichen!

  1. Nein, nicht Romeo und Julia. Eher – landesgemäß – Komödienstadl. [zurück]

Das Christentum als Fortschritt?

Warum sprechen wir noch von den Philosophen, Kaisern und Generälen, da doch die Märtyrer im Gedächtnis der Menschen die Nachfolger derer wurden, die man Götter nannte. Wahrlich, ihre Tempel sind so vollständig zerstört, dass man sich nicht einmal ihre frühere Stätte vorstellen kann, während das Baumaterial nunmehr den Märtyrerschreinen gewidmet ist. […] Siehe, statt der Feste des Pandios, Diasos und Dionysios und eure anderen Feste werden die öffentlichen Veranstaltungen nun zu Ehren des Petrus, Paulus und Thomas zelebriert! Statt unzüchtige Bräuche zu pflegen, singen wir nun keusche Lobeshymnen.

Theoderet, christlicher Apologet des 5. Jahrhunderts

Der sehr lesenswerte wikipedia-Artikel über den spätantiken Bücherschwund zeigt recht deutlich auf, wie barbarisch der Übergang von der antiken Hoch- zur christlichen Pöbelkultur sich zutrug. „Hexen-“ respektive Wissenschaftler_Innenverfolgung waren schon damals auf der Tagesordnung. Anstatt dem großen Dionysos zu huldigen, verachtete man den Rausch, die Philosophie, das Theater und zog ihnen die bescheidenen Freuden der Sakramente vor.

Recht anschaulich zeigt diese Graphik den Zusammenbruch der Bücherbestände auf, die erst im 19. Jahrhundert wieder den Stand der Antike erreichten. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wo die Menschheit heute stehen würde, hätten sich nicht die Christen, sondern ihre Verfolger durchgesetzt:

Sicher ist ein radikaler gesellschaftlicher Wandel immer mit einem solchen Zusammenbruch verbunden – doch derart ignorant und dümmlich konnten sich wahrscheinlich nur die Anhänger_Innen des Zimmermanns aus Nazareth verhalten. Ich möchte dem Christentum und der christlichen Kultur, wie sie sich im Mittelalter entfaltete, nicht jeglichen Wert absprechen. Aber man muss sich nur vorstellen, was herauskommen würde, wenn heute ein unbedarfter Zimmermann, unterstützt von einem zynischen Lustfeind mit rhetorischem Talent, eine ideologische Lehre begründen würde.1 Einzige moderne Parallele dürfte die Kulturvernichtung ab 1933 in Deutschland sein.

Zugestanden – wenn man das Ganze weniger nietzianisch, sondern historisch-materialistisch betrachtet, kommt man zu einer anderen, nüchterneren Einschätzung der Lage. Das Christentum entwickelte sich ja aus materiellen Gründen und kann sicherlich nicht im simplen Gegensatz zur antiken Welt, der es ja letztendlich selbst entsprang, gesehen werden.
Dennoch möchte ich an dem heutigen Tag zum Gedenken an alle Märtyrer_Innen der christlichen Kulturrevolution aufrufen – ein wesentlich sinnvollerer Akt als die alljährliche Betrauerung der Idioten, denen man in den Kirchen gedenkt. An Hypatia, einer große Wissenschaftlerin, die der Wut des christlichen Mobs zum Opfer fiel, denkt niemand, dafür an ideologische Bilderstürmer wie Petrus und Paulus. Bemerkenswert finde ich zudem, wie wenig etwa im Schulunterricht oder anderen populären Geschichtsdarstellungen über jene Geschehnisse, die doch so einschneidend für die folgenden Jahrtausende waren, berichtet wird. Geschichte wird eben von den Siegern geschrieben – und der Einfluss der Schafe des Messias ist aller Aufklärung zum Trotz ungebrochen. Wie die bürgerliche Gesellschaft die blutigen Male ihrer Entstehung zu verdrängen sucht, so auch die christlich-abendländische Zivilisation als Ganze.

  1. Das zeigt sich u.a. darin, wie simpel das Griechisch der Evangelien im Vergleich zu dem, in dem die griechischen Dichter und Philosophen geschrieben haben, gestrickt ist. [zurück]

Damit die Solidarität nicht nur theoretisch bleibt

Diesen Samstag (20.6.) findet in Frankfurt um 12 Uhr eine von verschiedenen iranischen Exilorganisationen veranstaltete Demo mit einer Kundgebung vor dem iranischen Konsulat statt. Startpunkt ist das HR 3-Gebäude (Betramstr. 8). Sicherlich wird dadurch die Bewegung im Iran nicht direkt unterstützt, aber der Protest wird doch in die Öffentlichkeit getragen und evtl. für das Regime unerwünschte Bilder prdouziert. Dabei ist aus Sicht der Veranstalter wichtig, dass es nicht so aussieht, als würden „nur“ irgendwelche Exil-Iraner was gegen das Regime haben, sondern dass sich auch Nicht-Exil-Iraner zur Demonstration einfinden, um ihre Sympathie für die möglicherweise im Entstehen befindliche revolutionäre Bewegung im Iran kundzutun.

In anderen Städten, in denen sich iranische Konsulate bzw. eben die Botschaft des Iran befinden, wird es am Wochenende sicherlich ähnliche Veranstaltungen geben, von denen mir aber nichts bekannt ist.

Wer sich für die Frage interessiert, inwiefern man „als Kommunist“ solidarisch mit einer „immanenten“ Bewegung verhalten sollte, wird auf Lysis‘ Blog eine ausführliche Debatte vorfinden. Dabei ist mein Eindruck, dass es eben tatsächlich in diesem Land erst einmal darum geht, bürgerlich-demokratische Verhältnisse zu etablieren, womöglich sogar mit sozialistischen Elementen in der Wirtschaftspolitik, dass die Zeit für einen kommunistischen Umsturz dort, der ohnehin ziemlich desparat wäre (wie sollte er auf die gesamte Welt übergreifen?), einfach noch nicht reif ist. Aus der Beobachterperspektive, ist es leicht, die Proteste als unzureichend abzutun, doch aus der Perspektive der dort real Involvierten ist es erst einmal wichtig, sich aus den Ketten der Theokratie zu befreien. Um überhaupt erst einmal die Möglichkeit weiterer Emanzipation, die eben auf dem Boden der Theokratie nahezu unmöglich ist, zu schaffen.

Wie sich die Dinge entwickeln, wird wohl insbesondere vom Verhalten der Weltmächte abhängen – werden sie die inneren Proteste von außen real unterstützen oder es bei Sonntagspresseerklärungen belassen? Entscheidend wird dabei sicherlich sein, dass eines der zentralen Ziele ist, „Ruhe und Ordnung“ gerade in wichtigen Rohstoffimporteuren wie dem Iran aufrechtzuerhalten. Aber es mag auch sein, dass man sich von einem demokratischen Iran einen besseren Kooperationspartner verspricht. Aus der Perspektive der Protestierenden dort ist es zu wünschen, dass sich letzteres Kalkül durchsetzt.

Eine recht umfassende Linkliste zum Thema haben die NeocommunistInnen zusammengestellt.

Wirtschaft ist tot // Zur Krise

In früheren Zeiten mussten die Menschen große Entbehrungen aufgrund von Seuchen, Naturkatastrophen, Kriegen und anderen unliebsamen Zwischenfällen, denen sie nahezu hilflos ausgesetzt waren, erleiden. Im Zuge des Triumphs des Kapitalismus wurde dem ein Ende gesetzt. Aufgrund der extremen Bedeutung einer gesunden Bevölkerung für gute Ausbeutungsbedingungen wurden neue Hygiene-Standards etabliert und Arzneimittel entwickelt, Techniken zum Schutz vor Naturkatastrophen etc. Die vorhandene Warenmenge und sie dahinter stehende Produktivkraft ist so gewaltig, dass selbst große Kriege, gewaltige Überschwemmungen und Missernten kaum mehr bedrohlich für die Existenz des Systems als Ganzem sind und ihre Folgen innerhalb kürzester Zeit rasch beseitigt werden können – Kriege sind sogar für das System als Ganzes meist recht profitabel und dienen z.B. der Etablierung neuer, effektiverer Produktionsmethoden.1

Dennoch schafft es diese Produktionsweise, plötzlich ganz neue Arten schwerster Krisen in die Welt zu setzen, die den alten an Schwere in nichts nachstehen und diese sogar noch überbieten. Nichts Natürliches, die Gesellschaft von Außen heimsuchendes vernichtet heute angehäuften Wohlstand, verheert Landschaften, durchkreuzt Einzelschicksale oder löscht sie gänzlich aus, sondern es ist die Gesellschaft selbst, die, dem alten Sprichwort gemäß, ihre eigenen Kinder frisst oder doch zumindest verstümmelt.

Den heutigen Wirtschaftskrisen stehen die Exegeten des Kapitals, die Ökonomen, so ratlos gegenüber wie einst die Exegeten von Schafsleber und des Vogelflugs einer Seuche oder Missernte. Hat da jemand den Brunnen vergiftet oder war es die ominöse Gottheit unseres Zeitalters, die Globalisierung mit ihren Bluthunden Gier, Geiz und Habsucht, den neuen Geiseln der Menschheit? Wem muss man nun Opfer darbringen und v.a. – wen opfern.

Die einzige Antwort scheint diejenige der Elektra an Klytämnestra, die ihre Tochter in der Oper von Richard Strauss nach einem passenden Opfertier zur Linderung ihrer Alpträume fragt, zu sein: „Was bluten muss? Dein eigenes Genick, wenn dich der Jäger abgefangen hat! “ Nur leider gibt es keinen Orest, der von außen kommen und die schaurige Bluttat vollführen kann. Wir wissen nicht mehr, wo die Axt des Vaters vergraben ist und müssen uns so weiter mit den Hunden im Hof des herrschaftlichen Palastes begnügen, geschlagen und für wahnsinnig erklärt. Wir lange noch werden wir diese Schmach erdulden müssen? Wann endlich werden wir singen können: „Schweig, und tanze. Alle müssen herbei! hier schliesst euch an! Ich trage die Last des Glückes, und ich tanze vor euch her. Wer glücklich ist wie wir, dem ziemt nur eins: schweigen und tanzen! “ „Es fängt ein Leben für dich und mich und alle Menschen an.“

Der Kapitalismus lässt sich, wenn man den Begriff „Krise“ nicht nur im Sinne einer temporären Rezession versteht, zugleich durchaus als Krise in Permanenz verstehen. Es ist eben kein System im Gleichgewicht, sondern das Gleichgewicht stellt sich unter Ächzen und Stöhnen niemals her und wenn es kurzzeitig erreicht ist, zerfällt es durch die „Anarchie der Warenproduktion“ gleich wieder. Selbst noch in Phasen höchster Prosperität kommt es zu dauernden Turbulenzen, Verwerfungen und Mangel mitten in der ungeheuren Ansammlung von Waren, als die der kapitalistische Reichtum erscheint. Gleichzeitig wälzt sich die stetig reperaturbedürftig, aber niemals stillstehende Dampflok Kapitalismus unaufhaltsam auf ihr eigenes Ende zu. Ein System, in dem der stoffliche Produktionsprozess nur ein Mittel zum Zweck, Kapital zu akkumulieren, kann auf Dauer nicht funktionieren, denn der Zweck, Kapital zu akkumulieren, hängt von der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft ab, die gerade durch die Rationalisierung im Produktionsprozess, die die Konkurrenz zwischen den Kapitalisten beständig forciert, tendenziell im Verhältnis zu den unbelebten Bestandteilen des Produktionsprozesses (welche dann freilich rein phänomenologisch kaum von den belebten mehr zu scheiden sind) immer mehr verdrängt und unnötig wird.

Ist dies angesichts der nunmehr fast drei Jahrzehnte andauernden strukturellen Krise in den kapitalistischen Kernzonen mit sinkenden Reallöhnen, wachsender Arbeitslosigkeit und härteren Arbeitsbedingungen eine so gewagte Prognose? (Von den theoretischen und empirischen Evidenzen einmal ganz abgesehen, die nur nur durch eine dringend erforderliche und derzeit leider noch viel zu zögerlich stattfindende Neuaneignung der Marxschen Krisen- und Zusammenbruchstheorie befriedigend aufgezeigt werden können.) Wird nicht die beschriebende Tendenz über kurz oder lang auch dem Aufschwung in Fernost ein Ende bereiten? Noch kann sich das Weltsystem einer bemerkenswerten Akzeptanz und Stabilität erfreuen – doch die Medikamte es zu heilen, verschleppen die tödliche Krankheit offensichtlich nur. 2001 gab es schon eine recht schwere Krise, 2008/2009 folgte die nächste und die Staaten verschuldeten sich bis an die Schmerzgrenze – stehen dann 2015 die ersten Staatsbankrotte kapitalistischer Kernländer an?

Wie einst die Ruderer des Odysseus verschließen sich die des kapitalistischen Weltsystemschiffs die Ohren, um das Offensichtliche nicht wahrnehmen zu müssen und weiterhin fortwesen zu können wie gewohnt – doch da sie sich noch dazu auch die Augen verbunden haben, werden sie dennoch früher oder später am Kliff der Sirenen zerschellen. Die Sprache des Mythos erscheint die einzige Sprache, mit der heute über die derzeitige Gesellschaft überhaupt noch rational kommunizierbar ist.
Unter diesen Ruderern sitzen nun auch, ein wenig verschämt und unauffällig in der Ecke, noch einige Linke, sowohl der radikalen auch als der reformistischen Fraktion. Die Leugnung des Offensichtlichen lässt sie ebenso zu fleißigen Auguren werden – sie preisen sich nun schon ein wenig selbstbewusster als die wahren Retter des kranken Weibes an, verschreiben Blutegel und Schröpfköpfe. Ein Narrenschiff steuert den Abgrund an, eine Ruf erschallt über dem Wasser:

Dies klar und deutlich vor Augen erscheint es heute umso obsoleter, darüber zu spekulieren, ob und wie eine nachkapitalistische Gesellschaft funktionieren könnte: eher darüber, ob der Kapitalismus überhaupt funktionsfähig ist, sollte man reden. Der stoffliche Reichtum, die ungeheuren Produktivkräfte der heutigen Zeit sind Indiz genug, dass auch besser ginge.

Es gilt, was bereits die französisischen Revolutionäre wussten: die Guillotine ist der beste Arzt. Oder, um es mit Nietzsche zu sagen: „Was fällt, das soll man auch noch stoßen.“

  1. vgl. mein Artikel über das Buch „Ökonomie der Zerstörung“ von Adam Tooze. [zurück]

Das dritte Lager

Inspiriert von diesem Beitrag von schorsch zum Weltfrauentag, den ich ja bereits dort ausführlich kommentiert habe, habe ich nun meinerseits einen neuen Link in der Navigationsleiste rechts eingefügt:

Dabei distanziere ich mich ausdrücklich von der Position der Seite zum Gazakrieg („Palestinian people: victims of two terrorist camps“), obwohl sie verglichen mit anderen Positionen sicher noch sehr gemäßigt ist, sondern möchte auf diese Proklamation verweisen, die ich sehr unterstützenswert finde, insbesondere als Antidot gegenüber einer einseitigen Anti-Iran-Positionierung:

Proklamation der dritten Kraft gegen den US-Staatsmilitarismus und den islamischen Terrorismus.

Die gegenwärtige Auseinandersetzung zwischen den westlichen Staaten und der Islamischen Republik Iran kann menschlich, politisch und gesellschaftlich katastrophale Folgen haben. Die bittere Erfahrung des Iraks hält allen das durch Wirtschaftsembargo und Militärangriff verursachte Leid vor Augen. Verschlechterung der Lebensbedingungen und ökonomisches Elend, viele Tote und die Zerstörung der Häuser und Wohnungen der Bevölkerung sowie die Ausweitung ihrer Unterdrückung durch das Regime der Islamischen Republik wären nur einige unmittelbare Folgen von Wirtschaftssanktionen oder eines Militärangriff gegen den Iran. Diese Politik würde in der Region zur weiteren Entfesselung des islamischen Terrorismus führen und auf internationaler Ebene die Dimensionen des Terrorismus ausweiten.

Man muss sich mit aller Kraft der Machtansprüchen der USA und ihrer Verbündeten entgegenstellen. Man muss den Verbrechen des Gegenpols, d. h. des islamischen Terrorismus ein Ende setzen und den Bevölkerungen der islamisch geschädigten Länder zur Befreiung aus den Fängen der islamisch-terroristischen Staaten und Kräfte helfen. Der staatliche Militarismus der USA und der islamische Terrorismus haben die Atmosphäre für die Menschheit in der ganzen Welt verdunkelt. Keiner dieser beiden Pole hat eine Lösung für die gegenwärtige Krise und die damit verbundenen Fragen, sondern sie sind selbst Verursacher dieser Krisen und ihrer Verschärfung und Vertiefung. Die zivilisierte Menschheit muss sich den beiden Polen und der Not, die sie der Welt aufgezwungen haben, entgegenstellen. Die menschliche und wirkliche Lösung der Frage der Kernwaffen, des islamischen Terrorismus mit seinen unbeschreiblichen Verbrechen gegen die Bevölkerungen der Welt, sowie der militaristischen Gewalttätigkeiten der USA und der westlichen Staaten liegt in unserer Hand, der zivilisierten Menschheit.

Dabei spielen die Kämpfe der iranischen Bevölkerung für Freiheit eine herausragende und entscheidende Rolle. Im Iran ist seit Jahren eine breite soziale Bewegung gegen die islamische Regierung und für Freiheit und Gleichheit im Gange. Ein Sieg dieser Bewegung über die Islamische Republik wird sowohl ein entscheidender Schlag gegen den politischen Islam und den islamischen Terrorismus in der ganzen Welt sein als auch eine wirksame und entscheidende Antwort auf die politisch-militärischen Interventionen der USA für Regime Change, für den so genannten „Demokratie-Export“ und die Installierung von reaktionären Marionettenregierungen in anderen Gesellschaften. Ein Sieg der iranischen Bevölkerung wird ein großer Schritt nach vorn, ein wichtiger Wendepunkt im Kampf gegen den militaristischen als auch den islamischen Terrorismus, in der Verteidigung von Freiheit, Zivilisation und der globalen Rechte aller Menschen in der ganzen Welt sein.

Wir Unterzeichner dieser Proklamation erklären:

1 – Nein zu Krieg, nein zu Wirtschaftssanktionen.

Wirtschaftssanktionen und ein Militärangriff gegen den Iran werden menschlich, politisch und gesellschaftlich katastrophale Folgen haben. Was im Irak passiert ist, darf nicht im Iran wiederholt werden. Die Drohungen müssen sofort eingestellt werden.

2 – Nein zum Militarismus der USA, nein zum politischen Islam.

Die zivilisierte Welt wird in der Auseinandersetzung zwischen dem westlichen Staatsterrorismus und dem islamischen Terrorismus nicht vertreten. Beide Seiten dieser Auseinandersetzung sind reaktionär und menschenfeindlich und müssen zurückgedrängt werden.

3 – Atomare Entwaffnung aller Staaten.

Weder der Iran, noch die USA, noch irgendein anderes Land sollte Atomwaffen haben. Das Atomprojekt der Islamischen Republik muss sofort gestoppt werden. Allerdings tragen Staaten, die selbst die größten Atomwaffenarsenale besitzen, nicht die Legitimation und Kompetenz, über Atomprojekte anderer Staaten zu entscheiden. Die Bekämpfung des Nuklearprojekts der Islamischen Republik ist Sache der freiheitsliebenden Bevölkerung der Welt, insbesondere der iranischen Bevölkerung selbst. So sind auch die nukleare Entwaffnung aller Länder und die Befreiung von dem atomaren Alptraum, der die heutige Welt beherrscht, nur durch Protest und Kampf der Weltbevölkerung zu realisieren.

4 – Der Angriff auf die zivilen Rechte der Bevölkerung im Westen unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung muss gestoppt werden.

Die westlichen Staaten negieren und beschränken die zivilen Rechte und Freiheiten der Bevölkerung unter dem Vorwand der Terrorismusgefahr und der Gewährleistung der Sicherheit. Symptomatisch für die am meisten verbreiteten staatlichen Angriffe auf das Leben der Bevölkerung sind: Kontrolle und Observation des Privatlebens der Bürger, Einschränkung der Rede- und der Bewegungsfreiheit, Entrechtung von Immigranten. Diese Angriffe müssen bekämpft und neutralisiert werden. Kein Vorwand für die Verletzung der Rechte und Freiheiten der Bevölkerung ist akzeptabel.

5 – Wir unterstützen aktiv die Kämpfe der iranischen Bevölkerung gegen den Militärangriff und gegen die Islamische Republik.

Die iranische Bevölkerung, die seit 27 Jahren gegen Repression, Rechtlosigkeit der Frau, Geschlechterapartheid, Steinigung, Hinrichtung und Folter politischer Gefangener sowie gegen die Politik der Verbreitung von Armut und ökonomischer Entbehrung kämpft, will und kann selbst ihr politisches Schicksal bestimmen. Die Unterstützung der Kämpfe der iranischen Bevölkerung für Freiheit, ihr Sieg über die Islamische Republik, die Errichtung einer direkten Regierung der Bevölkerung selbst wird ein entscheidender Schritt zur Bekämpfung der Machtansprüche der USA und ein entschiedener Schlag gegen den islamischen Terrorismus im Mittleren Osten und in der ganzen Welt sein.

6 – Die Islamische Republik muss aus der Weltgemeinschaft ausgeschlossen werden.

Die Islamische Republik muss aufgrund von 27 Jahren Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aufgrund erbarmungsloser Unterdrückung der gerechten Kämpfe der iranischen Bevölkerung und der Hinrichtung von mehr als Hunderttausend politischen Gefangenen, wegen der Errichtung eines Regimes der Geschlechterapartheid, wegen der Unterstützung der Kräfte des islamischen Terrorismus in der Region und der Verbreitung des Terrorismus in der Welt, wie seinerzeit das Apartheidsregime in Südafrika aus der Weltgemeinschaft ausgeschlossen werden. Wir fordern die Nicht-Anerkennung der Islamischen Republik als Vertreterin der iranischen Bevölkerung, den Abbruch diplomatischer Beziehungen und die Schließung der Botschaften der Islamischen Republik in allen Ländern und ihren Ausschluss aus den internationalen Institutionen.

Wir rufen alle humanitären, säkularen, gegen Krieg eingestellten und freiheitsliebenden Organisationen, Gruppen, Parteien und Persönlichkeiten in der Welt dazu auf, diese Proklamation zu unterschreiben und sich der dritten Kraft zur Bekämpfung der beiden terroristischen Pole anzuschließen.

***

Ich möchte dabei keineswegs einseitige Affirmation dieser Position leisten, doch auf deren Existenz verweisen. Inwieweit die angedeutete Volksbewegung im Iran existiert, ist natürlich fraglich. Ich kann es schlichtweg nicht beurteilen. Immer wieder spuken ja tatsächlich entsprechende Bilder durch die Medien, aber man kann sicher anhand von Medienberichten das Gegenteil – nämlich eine starke Fraktion innerhalb der iranischen Bevölkerung, die hinter dem Mullah-Regime steht – belegen.

Allerdings verweist die Proklamation dennoch auf den korrekten Umstand, dass es der westlichen Welt schlecht ansteht, das Kernwaffenprogramm des Iran zu kritisieren, verfügt sie doch selbst über genügend ABC-Waffenarsenale, um die Menschheit mehr als einmal auszurotten. Eine Kritik des Iran (und des Islamismus insgesamt) darf nicht zu einer Affirmation des Imperialismus der NATO führen, obwohl es natürlich insbesondere angesichts der Vernichtungsdrohung an Israel – die in dieser Proklamation sträflicherweise unerwähnt bleibt – bitter nötig ist, alles zu unternehmen, um den iranischen Griff nach der Bombe zu unterbinden.

Ich halte es aber generell in solchen Konflikten wichtig, auch die Position der unmittelbar Beteiligten – also in diesem Fall u.a. iranische Kommunist_Innen selbst – zu Wort kommen zu lassen, sonst gerät man schnell in eine reine Stellvertreterposition.

Worte am Freitag

Derzeit flackert mal wieder der Bürgerkrieg im Nahen Osten auf und in der Linken reiht sich Unsäglichkeit und Unsäglichkeit. Etwa dieser Beitrag, in dem sich als solche definierende Juden selbst zitiert werden, die im Vorgehen Israels einen „Holocaust“ erkennen möchten. Die skandalösen Vorfälle bei Antifademos (sicher nicht nur) in Frankfurt, auf denen Träger_Innen von Israelflaggen aggresiv bedroht und/oder verprügelt wurden. Oder die zahlreichen Demos, bei denen vor allem eins nicht fehlen, darf: das Palituch.

Doch auch für zahlreiche Jugendliche, die sich alternativ fühlen oder einfach nur den gewissen Retrochic suchen, gehört dieses Kleidungsstück zum Standardaccesoire. Auch in zahlreichen Boulevardformaten wird es gelehrt: Hauptsache chic – die Semantik der Kleidung, die man trägt zählt nicht, auch wenn diese stets doch erhalten bleibt.

Gerade so, als wäre es etwa okay und cool, aus Gründen des Styles mit Ku-Klux-Klan-Kostümen rumzulaufen, um ein polemisches Parallelbeispiel zu geben.

Im Sinne einer Politisierung der Mode, die dieser Entpolitisierung entgegenläuft, will ich mich garnicht weiter aufhalten, sondern einfach auf diesen exzellenten kleinen feinen Blog verweisen, auf dem jedeR Interessierte kleine Basisbanalitäten zu dem „chicen“ Wisch nachlesen kann:

Auch wenn es umstritten und auch müßig ist, für welche Seite des Konflikts – sofern es überhaupt nur zwei Seiten gibt – man nun obsolete Solikundgebungen zur Stärkung der eigenen Identität und Verwunderung der Passanten veranstaltet: für eine regressive Nationalbewegung Solidarität zu ergreifen sollte selbst für jemanden, der nicht extrem politisiert ist eigentlich tabu sein, sofern er und/oder sie nicht gerade regressive Nationalbewegungen allgemein gut findet.

In diesem Fall sollte man sich mal ein paar gute Argumente zu Gemüte führen.

Einen kleinen Überblick über die aktuelle Situation des Antisemitismus und Antizionismus bietet dieser Text der Antifa Horgau.

(Ich stimme diesem Text nicht vollständig zu, halte ihn aber zur Verdeutlichung der Relevanz dieses Problems für sehr hilfreich. Zu ergänzen wäre noch, dass gerade auch der Linken – nicht zuletzt global betrachtet – extreme antizionistisch und oft sogar antisemitische Feindbilder pflegt, wenn es um den Nahostkonflikt geht. Ein bedenklicher Zustand, dem man dringend entgegentreten sollte, gerade angesichts einer drohenden neuen Eskalation des Konflikts im Zeichen des jüngsten israelischen Wahlergebnisses.)

Balken und Splitter

Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt

Immer wieder, wenn es um den Islam geht, denkt man heutzutage vor allem an eins: Homophobie und Patriarchat. Im Kontrast dazu erblüht „unser“ freier Westen, der solche Dinge längst überwunden hat und der sich unbedingt anschicken sollte, seine Errungenschaften auf der ganzen Welt zu verbreiten oder sich zumindest vor den Heerscharen homophober Moslems, die in ihn eindringen wollen, hinter sichern Mauern zu verschanzen.

Auch ich war vor der Lektüre des Buches „Die Entführung aus dem Serail“ von Georg Klauda, der vielen eher unter seinem Pseudonym „Lysis“ bekannt sein dürfte, zumindest in Teilen dieser Ansicht. Dabei wird darin – wie der Autor anhand zahlloser Quellen gut begründet dargelegt – die historische Realität nahezu auf den Kopf gestellt: es war der Westen, in dem in einer recht blutigen Entwicklungsgeschichte voller Verfolgungen und Entbehrungen das Konzept „Homosexualität“ entwickelt und von dort aus in die islamische Welt exportiert wurde. Nicht die islamische Welt, in der dieses Konzept bis ins 19. Jahrhundert schlichtweg nicht existierte und auf die Zeit vorher auf diese Gesellschaften garnicht angewendet werden kann, ist es, die man als „konstitutiv homophob“ bezeichnen kann, sondern die abendländische, wie sie sich seit der Neuzeit entwickelte.

Die Ignoranz besteht also sowohl in der Verkennung der Geschichte als auch in dem Anspruch westlicher Wissenschaften, die je eigenen Begriffe als „objektiv“ zu unterstellen und einfach mal auf völlig andere Systeme zu übertragen. Der Begriff der „Homosexualität“, eine Konstrukt des 19. Jahrhunderts, wird so zu einer ahistorischen Kategorie, so als wären die Menschen schon immer nach diesem Schema kategorisiert worden. Dass es in der Vergangenheit auch ganz andere Denk- und Lebensweisen gab, und auch in Zukunft möglich sein könnten, gerät so völlig aus dem Blickfeld. Da ist „Homosexualität“ sicher nur ein Beispiel von vielen.

Um den Unterschied etwas zu pointieren: im Islam (und auch in ähnlicher Form im vorneuzeitlichen Abendland) galt Analverkehr (und zwar unabhängig vom Geschlecht des passiven Parts) als verwerfliches Vergehen und wird nach der Scharia bestraft. Mehr aber auch nicht. Es gibt keinen unterstellten Sozialcharakter des „Analfickers“, der etwa über eine bestimmte psychische Disposition verfügen würde, die ihn zu einer unnormalen Verhaltensweise treibt, die man erforschen und womöglich therapieren könnte. Er ist einfach wie jemand, der bei Rot über die Ampel fährt un dafür einen Strafzettel kassiert. Folgerichtig halt es im islamischen Diskurs als überhaupt nichts Schändliches oder Ungewöhnliches, als Mann Männer zu lieben, sondern im Gegenteil weit verbreitet und akzeptiert. Georg Klauda zitiert etwa zahllose Beispiele von persischen und arabischen Liebesgedichten, in denen die Schönheit und erotische Attraktivität junger Knaben besungen wird.
Und zugleich war es auch so, dass es nichts Ungewöhnliches war, Männer und Frauen zu lieben. Klar – das ist ja nur in einer Gesellschaft „ungewöhnlich“, in der es als allgemein anerkannte Naturtatsache gilt, dass es Menschen gibt die „so herum“ bzw. „anders herum“ sind.

Dies kann man sicher mit den oft zitierten Zuständen im antiken Griechenland parallelisieren. Auch hier macht es gar keinen Sinn zu sagen, die Gesellschaft wäre gegenüber Homosexuellen tolerant oder intolerant gewesen. Es gab keine Homo- und auch keine Heterosexuellen, sondern eine völlig anderes sexuelles Wertesystem, in dem es überhaupt nichts unmännliches an sich hatte, wenn ein mit einer Frau verheirateter Mann ein sexuelles Verhältnis mit einem Knaben hatte. Die päderastische Beziehung wird in Platons Dialogen im Gegenteil oft als Ideal glorifiziert, so etwa insbesondere im „Symposion“1.

Erst in unserem heteronormativen Wertesystem macht die Rede von „Toleranz gegenüber Homosexuellen“ Sinn und impliziert zugleich eine weitreichende repressive Einschränkung möglicher Lebensweisen selbst im Verhältnis zu vormodernen Gesellschaften (zumindest unter diesem Aspekt!!). Denn Heterosexualität gilt als stets präsente Norm und alle anderen Arten der Liebe als Angelegenheit unnormaler, irgendwie immer als verworfen betrachteter Subjekte. Und deshalb ist es auch unsinnig davon zu sprechen, Homosexuelle müssten toleriert werden. Was anstünde wäre eher eine theoretische und praktische Aufweichung dieser Heteronormativität.

Aber das Buch von Georg Klauda enthält noch zahlreiche andere spannende Thesen und Anekdoten, die ich hier unmöglich alle aufzählen kann. Es ist auf jeden Fall weit mehr als ein Buch, das „nur“ den Islam darstellen würde, sondern kann meines Erachtens durchaus als allgemeine Einführung in die an Foucault anschließenden „gay and lesbian studies“ verstanden werden, in deren Tradition sich der Autor explizit stellt. Denn nach gut hermeneutischer Manier wird eben nicht nur der fremde Standpunkt, sondern in einem ausführlichen Kapitel auch die historische Entwicklung des eigenen Standpunkts beleuchtet: wie kam es überhaupt dazu, dass man in Europa anfing, „Homosexuelle“ zu verfolgen, als gesellschaftliche Randgruppe und Objekte der Psychologie zu begreifen und in subkulturelle Ghettos zu verbannen?

Ein Aspekt, den auch Georg Klauda explizit betont, ist auf jeden Fall ein praktisches Gebot staatlicher Biopolitik: nach der Pest und dem 30jährigen Krieg suchte man nach Mitteln und Wegen, wieder mehr Nachwuchs zu erzeugen. Auch wenn das nicht so verstanden werden darf, als hätten die Akteure gewusste, was sie taten – was eine ziemlich absurde Vorstellung wäre – scheint dies bis heute fortzuwirken. Auch dem heutigen Staat geht es halt wesentlich darum, immer genügend Menschlein zur Verfügung zu haben. Und in staatlichen Kampagnen und der Schule wird ja auch Alles nötige getan, um dementsprechende Leitbilder in die Köpfe zu implementieren und es als das normalste und wünschenswerteste von der Welt erscheinen zu lassen, heterosexuellen Sex zu praktizieren und irgendwann eine Familie zu gründen. (mehr…)




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